Tearaway PSV

Tearaway: First Look

Media Molecule, die Schöpfer der LittleBigPlanet-Serie, wagen sich mit Tearaway an ein neues Projekt. Statt aus Häkelwolle und Bindfaden, ist das gesamte PlayStation-Vita-Abenteuer aus Papier gebastelt. Kann das Papercraft-Adventure in die Fussstapfen des einstigen Sony-Zugpferdes treten? Wir haben das Hosentaschenabenteuer auf der gamescom unter die Lupe genommen.

Lebendiges Papier

Chefdesigner Rex Crowle führt sein neues Baby auf der gamescom vor, seine Augen strahlen. Ebenso wie der Bildschirm der PlayStation Vita, denn beim Start der Tearaway-Demo erwacht die schwarze Plastikflunder zum Leben, wie man es selten gesehen hat: Fröhlich jauchzende Flötenklänge klimpern aus den Lautsprechern, grüne Papierpalmenwedel stimmen in den heiteren Rhythmus ein, überall flattert buntes Konfetti - und da soll noch mal einer sagen, Papier sei totes Holz!

Hauptfigur des Knobelspiels ist der Botschafter Iota, ein Briefumschlagmännchen, dessen Aufgabe es ist, eine besondere Nachricht bis zur Sonne zu senden. Verkörpert wird die gelbe Glutkugel übrigens vom Spieler selbst; dank Frontkamera der Vita lächelt Crowles Antlitz vom Himmel herab. Nun kann der kleine Postbote sich aber nicht einfach vom Wind emportragen lassen. Stattdessen müssen wir mit dem Burschen zusammenarbeiten, nach bester Jump-&-Run-Manier durch Papierschnipsel hüpfen, böse Schergen zerdrücken und natürlich allerhand Rätsel knacken. Dabei unterstützt Tearaway sämtlichen Technikfirlefanz, den die Vita zu bieten hat. Und im Gegensatz zu den meisten anderen Vita-Spielen wirkt hier der Einsatz von Kamera, Bewegungssensor und Touchscreen nicht aufgesetzt, sondern ist elementar mit der Spielmechanik verankert. Ein Lichtblick für die Zukunft des Handhelds, dessen Möglichkeiten bis heute leider vernachlässigt wurden.

Tearaway Bild

Der Entwickler präsentierte uns einen Level, der kurz nach Beginn des Spiels angesiedelt ist. Das Ziel: Einen Kürbiskopf finden, um daraus eine Vogelscheuche zu bauen. Die brauchen wir nämlich, um die Krähen zu vertreiben, die uns den Weg zur Sonne versperren. Zuerst einmal gilt es jedoch, ein klassisches Physikrätsel zu lösen: Iota muss auf eine erhöhte Plattform gelangen, der Lift lässt sich jedoch nicht nach unten bewegen. Also flugs ein Papierkügelchen aufgeklaubt und nach oben auf den Fahrstuhl geschleudert, der unter der Last ächzend nach unten surrt. Derartige Knobelaufgaben gibt es in Tearaway zuhauf, teilweise sogar mit mehreren Hindernissen. Jeder, der als Kind schon einmal Murmeln durch Rohre hat kullern lassen, die beim Herauspurzeln diverse Schalter betätigen, wird viel Spass beim Experimentieren haben.

Konfetti sammeln

Die Kopfnüsse verlangen neben flotten Reaktionszeiten auch eine gewisse Fingerakrobatik. Indem wir etwa auf das hintere Touchpad trommeln, aktivieren wir im Spiel Bongos, die uns wie ein Trampolin in die Luft katapultieren. Darüber hinaus gilt es, Pfähle und Plattformen zu balancieren, zu drehen und zu schubsen, sowie natürlich allerhand knuffige Papiermonster zu zerquetschen. Die hinterlassen regelmässig bunte Konfettiwolken, die Iota automatisch einsammelt - ein bisschen wie die Schrauben und Muttern in Ratchet & Clank. Mit den Pappflocken dürfen wir uns im Shop lustige Extras kaufen, etwa einen Schnurrbart oder eine Sonnenbrille. Das kennt man ja bereits aus dem grossen Vorbild.

Tearaway Bild

Und so springt, kämpft und knobelt sich der Briefträger durch eine wundervoll gestaltete Welt, stets begleitet von einer liebenswerten Melange aus Faschingströten und Origami-artig gefalteten Hintergrundkulissen. Inmitten der farbenprächtigen Idylle sollen wir aber immer wieder farblose Fremdkörper entdecken. Solche Objekte müssen wir mit der Kamera einfangen und ihnen mit einem Foto Leben einhauchen - als Belohnung winkt dann ein Papercraft-Bastelmodell. Fans können sich die Vorlage direkt ausdrucken und mit Leim und Schere bewaffnen, um ihre eigene, reale Tearaway-Welt zu erschaffen. Zudem ist es möglich, Objekten der Spielwelt eigene Texturen anzupappen. Einfach die Tischdecke in der Stube geknipst und schwupps, trägt der Elch plötzlich gekringelte Rosenblüten. Ein witziger Gag.

Zum Schluss der Präsentation zeigt uns Rex Crowle noch ein Feature, das bereits letztes Jahr gezeigt wurde. Er drückt seine Finger von hinten auf das Touchpad der PlayStation Vita, die Stummeln werden im virtuellen Boden sichtbar und brechen schliesslich durch die Erdkruste. Auf diese Weise ist es möglich, aktiv ins Geschehen einzugreifen und etwa Bälle zu jonglieren. Wir sind gespannt, welche Ideen sich Media Molecule hier noch einfallen lassen wird. Nachdem Crowle endlich die Kürbisrübe gefunden hat, gilt es noch, dieser ein furchteinflössendes Gesicht zu schnitzen. Je mehr Konfetti wir bis hierhin angehäuft haben, desto mehr ulkige Objekte stehen uns zur Verfügung. Zu guter Letzt braucht die Scheuche noch eine Stimme, am besten die des Spielers. Einen ins Mikro gebrüllten Schrei später flattern die Krähen davon, der Weg ist frei, und Iota erklimmt einen schneeumwehten Berg. Die erste Etappe auf dem Weg zur Sonne ist gemeistert.

Ersteindruck von Mirco Kämpfer

Mit LittleBigPlanet bin ich nie so richtig warm geworden. Um ehrlich zu sein, habe ich aufgrund des allgegenwärtigen Sackboy-Grinsens eine regelrechte Aversion zu knuffigen Strickfiguren entwickelt. Und als ich das erste Mal Tearaway sah, dachte ich: Na klasse, das gleiche Prinzip, diesmal aber mit Papierkonfetti. Im Nachhinein brenne ich aber richtig darauf, mit Iota auf Reisen zu gehen. Immerhin ist Tearaway eines der wenigen Spiele, die die Interaktionsmöglichkeiten der PlayStation Vita auszureizen scheinen. Bleibt zu hoffen, dass sich die Papercraft-Hatz nicht so schnell abnutzt- laut aktuellen Aussagen soll nämlich schon nach sieben Stunden der Abspann über den Bildschirm flimmern. Aber Media Molecule hat ja schon das Sackboy-Grinsen bis heute am Leben erhalten. Ich bin gespannt, wie sich Tearaway als neue Marke entwickeln wird.

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Tearaway Facts

  • GenreAction: Adventure
  • Release22. November 2013
  • KaufenAmazon
  • EntwicklerMedia Molecule
  • PublisherSony
  • USKFreigegeben ohne Altersbeschränkung
  • PEGI7+
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