Killzone - Mercenary PSV

Killzone - Mercenary: Preview

Sony glaubt unverändert an die eigene Killzone-Reihe. Nach drei grossen Episoden und dem taktischen PSP-Ableger Killzone Liberation wird im Herbst auch die PlayStation Vita mit einer Episode beglückt. Killzone: Mercenary zeigt schon in der Vorschauversion eindrucksvoll, was in der Handheld-Konsole steckt. Doch erwartet uns hier überhaupt ein toller Shooter?

Arran legt los!

Killzone: Mercenary ist zeitlich nach dem ersten Killzone (PlayStation 2) angesiedelt und erzählt zu Beginn die Geschichte des Söldners Arran Danner. Der erhält den Auftrag, mit seinem Kollegen in einer Basis der fiesen Helghast zu landen - direkt auf deren Heimatplaneten Helghan. Dort soll der gute Mann Militäranlagen sabotieren und so einen Gegenschlag der ISA ermöglichen. Bis das Ziel erreicht ist, ballert sich der recht blasse Protagonist durch allerlei Schauplätze der ersten Mission. Besonders imposant ist die Geschichte in der Vorschaufassung nicht. Abgesehen vom anfänglichen Auftrags-Briefing und einem schicken Flug gen Erdboden sowie einem furchtbar coolen Befehlsgeber via Funk scheint es zweitrangig zu sein, was hinter dem ewigen Krieg zwischen den Menschen und den Helghast steckt. Es bleibt zu hoffen, dass sich dies noch in der finalen Version, welche bereits am 4. September 2013 erscheinen soll, bessert.

Killzone - Mercenary Bild

Action

Was aber bei Killzone: Mercenary schon jetzt stimmt: die Action! Nach einer kleinen Eingewöhnung geht's ordentlich zur Sache. Mit zwei Analogsticks und allen relevanten Knöpfen spielt sich der Titel wie ein vollwertiger Ego-Shooter auf einer grossen Konsole. Das ist es wohl auch, was die Kenner der Serie erwarten. Die werden womöglich sogar positiv überrascht sein: Das dezent träge Spielgefühl der Vorläufer ist quasi nicht mehr vorhanden, wobei das eigentliche Tempo gegenüber einem Actiontitel auf einer stationären Konsole dezent reduziert wurde. Somit ergibt sich ein harmonisch-flotter, aber nicht zu anstrengender Verlauf, der optimal auf die Handheld-Konsole ausgelegt ist. Waffenwechsel, kurzzeitiges Rennen, Deckung nehmen - das klappt tadellos und ist schnell in Fleisch und Blut übergegangen. Sogar die Touchscreen-Funktionen, zum Beispiel beim Auswählen der Handgranaten, beim Aktivieren von fernsteuerbaren Drohnen oder beim Massakrieren von Gegnern während des Nahkampfs, fällt nicht negativ als Ballast auf, sondern mehr als sinnvolle Bereicherung und Auflockerung. Selbst das hintere Touchpad kann zum spontanen Hasten genutzt werden. Passt!

Schick

Sony erwähnt explizit, dass Killzone: Mercenary auf der gleichen Engine wie der PS3-Titel Killzone 3 basiert. Ob das nun stimmt oder nicht - die Vita-Fassung sieht schick aus. Die erste Mission offenbart weitläufige Abschnitte, verzichtet auf langweilige Schlauchlevels und bietet auch eine sehr ordentliche Weitsicht. Ins Stocken kommt das Geschehen ausserdem nicht. Attraktive Effekte, hochwertige Explosionen - das gefällt! Obendrauf gibt's eine passende Soundkulisse mit ordentlich Kawumm. Vorausgesetzt, man entscheidet sich für Kopfhörer. Die englische Sprachausgabe ist wiederum nicht stimmungsvoll, hoffentlich wird die in der finalen Version des Spiels besser.

Killzone - Mercenary Bild

Und doch - langweilig!

Killzone: Mercenary ist auf der Höhe der Zeit, bietet aber bisher keine überzeugende Geschichte. Sei's drum, ist ja nur ein sehr gut spielbarer Shooter. Aber das bisher Gebotene ist eigentlich kaum der Rede wert. Klar, man ballert hier fleissig die Feinde zu Brei, nutzt allerlei Waffen, kauft sich gegebenenfalls bessere, und erfüllt die vorgegebenen Ziele. Nur kommt keine grosse Begeisterung auf. Das liegt in erster Linie an der Einfallslosigkeit: Verteidige Ort X, knalle soundso viele Helghast zu Brei, bis keiner mehr da ist, aktiviere den Schalter, komme innerhalb vorgegebener Zeit zu einem markierten Platz auf der unübersichtlichen Karte. Das hat man alles in dieser Form schon unzählige Male erlebt, von einem dynamischen Spielverlauf ist hier keine Spur. Stattdessen geht es von A nach B, während die Entwickler ihr Repertoire abspulen - lahm!

Es bleibt zu hoffen, dass das fertige Spiel mit seinen neun umfangreichen (so zumindest heisst es) Missionen ein intelligenteres und vor allem abwechslungsreicheres Design besitzt - in dieser Form fehlt es an Originalität, Kreativität und konzeptioneller Abwechslung. Ja, auch das ist bei einem Shooter möglich!

Den Mehrspielermodus konnten wir noch nicht unter die Lupe nehmen, da er in der Vorschauversion von Killzone: Mercenary deaktiviert ist.

Ersteindruck von Sven Wernicke

So recht bin ich noch nicht von Killzone: Mercenary überzeugt. Ja, das Spiel sieht fein aus und beweist (einmal mehr), wie gut Shooter auf der Vita funktionieren können. Und Sonys tragbare Konsole braucht dringend weitere Vorzeigetitel. Nur ob das dieser Killzone-Ableger wird? Trotz hochwertiger Kulisse und eines an sich reizvollen Universums sprechen mich die beliebigen Herausforderungen mal so gar nicht an. Ich erwarte keine Innovationen, aber möchte keinen ordinären Aufgaben-Einheitsbrei serviert bekommen. Da geht noch was - und ich hoffe sehr, dass das fertige Spiel gerade im Bereich Missionsdesign und Handlung noch ordentlich zulegt. Wenn nicht, dann ist Killzone: Mercenary sicher bald ein weiteres Spiel, das PlayStation-Plus-Mitgliedern geschenkt wird, weil sich ja sonst niemand dafür interessiert ...

Killzone - Mercenary Facts

  • GenreAction: 3D-Shooter
  • Release4. September 2013
  • KaufenAmazon
  • EntwicklerGuerrilla
  • PublisherSony
  • USKkeine Jugendfreigabe
  • PEGI18+
Mehr Informationen
Loading