The Council PS4

The Council: Special

Mit dem ersten Kapitel "The Mad Ones" beginnt das Episoden-Adventure The Council des Studios Big Bad Wolf. Was euch in der Geschichte erwartet, die im 18. Jahrhundert spielt und sich um einen mysteriösen Geheimbund dreht, verrät euch unser Special.

Episode 1: The Mad Ones

In der Eröffnungssequenz des Adventures erleben wir, wie sich Louis, der Protagonist des Spiels, sowie seine Mutter Sarah in der Gewalt eines kahlköpfigen Bösewichts namens Borchert befinden. Im Gespräch geht es um ein wertvolles Buch, das Borchert von seinen Gefangenen zurückhaben möchte, da er der Meinung ist, dass sie es ihm gestohlen haben. Louis' Mutter hat aber schon einen Plan geschmiedet, um den Widersacher auszuschalten, sodass sie ihren Sohn anweist, ihn zu ihr zu locken. An dieser Stelle haben wir das erste Mal die Möglichkeit, Einfluss auf den Spielverlauf zu nehmen, da wir entscheiden können, ob wir auf ihren Plan vertrauen oder selbst handeln wollen. Diese Art der Entscheidung begegnet uns immer wieder, wodurch wir ähnlich wie in den Telltale-Spielen für Wendungen sorgen können. Nachdem die beiden ihren Gegenspieler überwältigt haben, macht das Spiel einen Zeitsprung von einem Monat, sodass wir im Januar 1793 mit unserer Geschichte beginnen.

Wir reisen auf eine Insel an der englischen Küste, wo uns Borcherts Spur hingeführt hat. Dort hofft Louis, auf den berühmten Lord Mortimer zu treffen, der für seine pompösen Empfänge bekannt ist. Außerdem ist seine Mutter, die nach einem besonderen Gegenstand sucht, offenbar dort verschollen und benötigt unsere Hilfe. Was uns an dem geheimnisvollen Ort erwartet, an dem es von namhaften Persönlichkeiten wie George Washington oder Napoleon nur so wimmelt, erfahren wir im Verlauf des ersten Teilabschnitts, auf den noch vier weitere folgen werden.

Gelungene Gespräche und stimmungsvolle Umgebung

Was uns von Beginn an begeistert hat, ist die Inszenierung der Dialoge. Hier ändert sich ständig die Perspektive, sodass die Kamera nicht nur auf die einzelnen Gesprächspartner schwenkt, sondern auch mal die Gruppe aus der Entfernung zeigt, was uns selbst in den Gesprächen einen Blick auf die malerische Umgebung ermöglicht. Durch die gewählte Perspektive wirken die Gespräche sehr lebendig, wodurch auch die Tatsache, dass die Gesichtsanimationen etwas steif daherkommen, gekonnt überspielt wird.

Die Umgebung selbst überzeugt mit einer sehr dichten Atmosphäre. Das Gefühl, das man von einem Spiel, das im 18. Jahrhundert angesiedelt ist, erwartet, wird gut transportiert, wodurch das Setting zu jeder Zeit glaubhaft wirkt. Auch die Spiegelungen auf dem Wasser oder dem feuchten Boden sehen klasse aus, ebenso Lichtquellen wie Fackeln oder Laternen. Die Spielwelt ist sehr linear gehalten und in unterschiedliche Räume und Bereiche unterteilt. Diese können in alter Point-&-Click-Manier erkundet und müssen oftmals auch mehrfach besucht werden, um die gesuchten Hinweise zu entdecken.

Rollenspiele lassen grüßen

Zu unserer Freude wartet das Adventure mit einigen rollenspieltypischen Besonderheiten auf. So können wir uns kurz nach Spielbeginn für eine von drei Klassen entscheiden, die verschiedene Merkmale besitzen. Der Diplomat ist zum Beispiel sehr begabt in den Dialogen, wohingegen der Detektiv auf das Erkunden der Umgebung sowie das Beobachten von Personen spezialisiert ist. Wer kein Problem damit hat, andere Menschen auszunutzen, um die eigenen Ziele zu erreichen, ist dagegen mit dem Okkultisten gut beraten, der auch mit einem breiten Wissen glänzt.

Jede der drei Klassen besitzt individuelle Fertigkeiten, die sich nach und nach aufwerten lassen. Diese helfen uns bei der Suche nach Hinweisen oder auch beim Lenken von Gesprächen. Hier ist es besonders interessant, dass die Charaktere, mit denen wir im Spielverlauf sprechen, verschiedene Charaktereigenschaften haben, die sie immun gegen oder anfällig für bestimmte Fähigkeiten werden lassen. Daher ist es wichtig, unsere Gesprächspartner aufmerksam zu beobachten, um die Dialoge erfolgreich führen zu können. Um unsere Fähigkeiten nutzen zu können, müssen wir in den Gesprächen sogenannte Konzentrationspunkte investieren. Sie stehen uns also nicht jederzeit zur Verfügung, wodurch ihr Einsatz wohlüberlegt sein sollte. Je weiter wir die jeweilige Stufe schon verbessert haben, desto weniger Konzentrationspunkte sind erforderlich. Der Punktevorrat lässt sich unter anderem mit Items wie dem "Gelée Royale" wieder auffüllen, das in der Spielwelt gefunden werden kann.

In den Gesprächen haben wir stets mehrere Antwortmöglichkeiten, sodass wir entscheiden können, wie Louis auf seine Mitmenschen wirkt. Besonders wichtig sind hier die sogenannten Konfrontationen. Hier haben wir ein bestimmtes Ziel, das wir innerhalb eines Gesprächs erreichen müssen. Der Ausgang der Konfrontation hat Auswirkungen auf die Geschichte, sodass es sich empfiehlt, die Konzentrationspunkte für solche Situationen aufzusparen und sie nicht in weniger wichtigen Dialogen zu verschwenden. Um erfolgreich aus einem solchen Gespräch herauszugehen, müssen wir es schaffen, die vorgegebene Anzahl an möglichen Fehlentscheidungen nicht zu überschreiten. Während in den früheren Phasen einer Konfrontation Fehler möglich sind, müssen wir uns in der letzten Phase für die richtige Antwort entscheiden. Schaffen wir dies nicht, können wir die Antwort so oft abändern, wie es unsere verbliebene Anzahl an möglichen Fehlversuchen erlaubt. Diese sehr gelungene Spielmechanik erinnert an die Widerworte-Herausforderungen des Life-is-Strange-Prequels Before the Storm.

https://www.youtube.com/watch?v=AkVFsU0pDgg

Fazit von Daniel Walter (PlayStation 4)

Die erste Episode von The Council hat mir wirklich gut gefallen. Das Spiel vereint klassische Point-&-Click-Elemente mit der Möglichkeit, durch Entscheidungen und Antworten in Dialogen Einfluss auf die Geschichte zu nehmen. Seit den Telltale-Spielen sowie modernen Adventures wie Life is Strange ist diese Herangehensweise aus dem Genre nicht mehr wegzudenken und funktioniert definitiv auch hier. Besonderheiten wie die eigenen Fähigkeiten, mit denen wir die Gespräche beeinflussen können, sowie die Tatsache, dass Charaktere immun gegen oder anfällig für bestimmte Techniken sind, verleihen dem Indie-Titel dagegen eine eigene Note. Ebenfalls überzeugen kann die grafische Präsentation des Adventures, auch wenn die Gesichter insgesamt etwas zu steif und puppenhaft wirken. Zusammenfassend kann ich sagen, dass die erste Episode Lust auf mehr macht und für Adventure-Fans definitiv zu empfehlen ist.

GBase-Episodenwertung: 8.0

Episode 2: Hide and Seek

Nach dem überraschenden Ende der ersten Episode, bei dem wir nicht nur einen Todesfall im Anwesen zu beklagen hatten, sondern auch selbst unfreiwillig die Aufmerksamkeit auf uns gezogen haben, lernen wir endlich den Gastgeber der Gesellschaft, Lord Mortimer, kennen. Mit ihm zusammen analysieren wir die Geschehnisse des vergangenen Abends. Da wir die letzte Person waren, mit der das Opfer gesprochen hat, gibt uns Mortimer die Aufgabe, den Mörder zu finden, um der Gerechtigkeit Genüge zu tun. Um Spoiler zu vermeiden, behalten wir den Namen des Opfers an dieser Stelle für uns.

Bei unserem anschließenden Rundgang durch das Haus suchen wir das Gespräch mit den anwesenden Gästen, die einige interessante Informationen durchblitzen lassen und auch nicht davor zurückschrecken, sich gegenseitig zu verdächtigen. Zudem werfen wir noch einmal einen detaillierten Blick auf den Tatort und setzen dabei unsere Fähigkeiten ein, die wie in Episode 1 für den einen oder anderen Vorteil sorgen. In dem Raum, den wir im ersten Teil des Adventures schon einmal betreten haben, finden wir nicht nur die Leiche inmitten einer Blutlache, sondern auch die Tatwaffe und weitere Spuren, die Hinweise auf den oder die Täter geben.

Die detaillierte Detektivarbeit macht einen großen Teil der Episode aus und konnte uns definitiv überzeugen. In der Rolle des Ermittlers, der fast überall Zugang hat und den Gästen Details und Anschuldigungen entlocken kann, fühlten wir uns durchgehend wohl. Auch Hauptfigur Louis, der in Teil 1 noch mehr oder weniger ziellos umherirrte, hat nun endlich eine Aufgabe und rückt dadurch noch mehr in den Fokus. Ob er dem Täter auf die Spur kommt und es einen Zusammenhang zwischen dem Mord und dem Verschwinden von Louis' Mutter gibt, offenbart die Geschichte erst nach und nach.

https://www.youtube.com/watch?v=JZRSiOVN7fQ

Fazit von Daniel Walter (PlayStation 4)

Der interessante Ansatz des Adventures hat mir bereits in der ersten Episode sehr gut gefallen. Dennoch stand die Frage im Raum, mit welchen Mitteln der Titel für Abwechslung sorgen will. Episode 2 bietet diese in Form von detaillierter Detektivarbeit, mit der wir versuchen, den schrecklichen Mord aufzuklären. Die Art der Inszenierung, bei der wir nacheinander die Sichtweisen der einzelnen Charaktere erfahren und uns dabei selbst ein Bild vom möglichen Täter machen, konnte mich wirklich überzeugen und toppt meinen Eindruck vom Debütkapitel sogar noch.

GBase-Episodenwertung: 8.5

Episode 3: Ripples

Der dritte Abschnitt des Detektiv-Abenteuers, das im 18. Jahrhundert in einem alten Herrenhaus spielt, beginnt mit einem Aufeinandertreffen von Hauptfigur Louis de Richet und seiner Mutter Sarah. Die beiden begegnen sich in der Krypta des Anwesens, doch offenbar ist Sarah nicht Herrin ihrer Sinne, denn sie erkennt ihren Sohn zunächst nicht und bedroht ihn zudem mit einer Waffe. An ihren zahlreichen Verletzungen im Gesicht und dem Wahnsinn in ihren Augen erkennen wir, dass sie Schlimmes erlebt haben muss. Sie scheint jegliches Vertrauen verloren zu haben, sodass wir uns kurz darauf in der ersten Konfrontation wiederfinden, die es zum Ziel hat, Louis' Mutter von der Wahrheit zu überzeugen. Hier müssen wir wie gehabt auf unsere Fähigkeiten zurückgreifen, die uns bei der Wahl der richtigen Antworten helfen. Ein gutes Erinnerungsvermögen in Bezug auf das, was in den ersten beiden Episoden passierte, schadet an dieser Stelle nicht. Haben wir die Phasen der Konfrontation mit der vorgegebenen Zahl an möglichen Fehlern überwunden, erfahren wir mehr über das, was im Herrenhaus vor sich geht.

Sarah mahnt, niemandem zu vertrauen. Sie berichtet außerdem, dass etwas Großes im Gange sei, denn Lord Mortimer und seine namhaften Gäste treffen sich wohl nicht zum geselligen Beisammensein, sondern haben Pläne, die die ganze Welt betreffen sollen. So liegt es an ihnen, über die Machtverteilung in der Welt zu bestimmen und diese, wenn nötig, mit Kriegen oder anderer Gewalt durchzusetzen. Um zu verhindern, dass Lord Mortimers Vorhaben Realität wird, beauftragt uns Louis' Mutter damit, der Konferenz beizuwohnen und ihren Verlauf von innen heraus zu manipulieren.

Es ist sehr interessant zu sehen, wie die unterschiedlichen Personen die Lage beschreiben. Während Sarah voller Misstrauen ist und Anzeichen von Wahnsinn und Paranoia erkennen lässt, läuft die Konferenz weitestgehend gesittet ab. Alle Anwesenden, darunter Mortimer, Napoleon und Washington, sind voll und ganz überzeugt von dem, was sie tun. Sie sind der Auffassung, dass die Entscheidungen, die in der Konferenz gefällt werden, gut für die Zukunft der gesamten Welt seien. Doch spätestens, wenn einzelne Mitglieder der Versammlung versuchen, Louis auf ihre Seite zu ziehen, um andere Parteien auszustechen, wird klar, dass hier jeder für seine eigenen Interessen kämpft.

Fazit von Daniel Walter (PlayStation 4)

Während in der zweiten Episode die Detektivarbeit im Mittelpunkt stand, erhält The Council im dritten Abschnitt eine politische Komponente. Die Intrigen und Manipulationsversuche der einzelnen Parteien sind hervorragend inszeniert und geben uns einen interessanten Einblick in das, was passieren kann, wenn die mächtigsten Männer der Welt hinter verschlossenen Türen miteinander verhandeln. Episode 3 ist definitiv auf einem sehr hohen Niveau und sorgt mit einem neuen Schwerpunkt für Abwechslung. Dennoch konnte mich der zweite Abschnitt mit seiner klassischen Sherlock-Holmes-Komponente ein wenig mehr überzeugen.

GBase-Episodenwertung: 8.0

Episode 4: Burning Bridges

Nachdem die dritte Episode des Adventures The Council, je nach getroffenen Entscheidungen, für diverse Todesfälle sorgte und außerdem einiges über den Hintergrund von Mortimers Verhalten zum Vorschein brachte, starten wir Seite an Seite mit Louis‘ Mutter Sarah in den vierten Abschnitt. Sie beauftragt uns damit, nach einer mysteriösen Waffe zu suchen. Einer Lanze, die der Legende nach schon zu Lebzeiten von Jesus existiert haben soll. Sarah will währenddessen alles für die Flucht von der Insel vorbereiten, um Mortimer anschließend den finalen Schlag zu verpassen. Bevor sie verschwindet, gibt sie uns noch mit auf den Weg, dass wir die Lanze, falls wir diese finden, unbedingt verstecken sollen, um nicht ins Visier der übrigen Anwesenden zu geraten.

Unsere Reise startet ein weiteres Mal in der unterirdischen Krypta des Anwesens, diesmal allerdings in den weitläufigen Gewölben hinter dem Raum, den wir aus den vorherigen Episoden kennen. Hier bietet uns The Council eine einmalige Atmosphäre, die man wohl am ehesten als sakral bezeichnen kann. Sie entsteht nicht nur durch die schiere Größe und Höhe des Gewölbes, sondern auch durch die außergewöhnlichen Lichtverhältnisse, die dort platzierten Sarkophage oder auch ein riesiges erleuchtetes Kreuz.

Die Suche nach der Lanze führt uns ohne Umwege zum anwesenden Kardinal, der sich im Gespräch allerdings sehr merkwürdig verhält. Wir erfahren, dass Lord Mortimer ebenfalls nach der Lanze sucht – und dies schon seit längerer Zeit. Darüber hinaus warnt uns der Geistliche vor Sarah, die durch ihre Recherchen nach und nach den Verstand zu verlieren scheint. Im weiteren Verlauf suchen wir das Herrenhaus nach Hinweisen ab und halten nach Gemälden und Schriftstücken Ausschau, die uns weitere Informationen über die gesuchte Waffe liefern. Die Episode hält darüber hinaus eine überraschende Wendung für uns bereit, die nicht nur unser Verhältnis zum Hauptcharakter beeinflusst, sondern im Prinzip alles Bisherige in Frage stellt. Für unseren Geschmack lehnt sich The Council hier etwas zu weit aus dem Fenster.

Fazit von Daniel Walter (PlayStation 4)

Die vierte Episode bietet uns die Chance, im Rahmen einer umfassenden Hinweissuche das gesamte Herrenhaus unter die Lupe zu nehmen. Darüber hinaus steht der biblische Aspekt dieses Mal mehr denn je im Fokus, sodass wir uns intensiv mit religiösen Gemälden, Bibelausschnitten und anderen Überlieferungen beschäftigen. Aber auch das teils eigenartige Verhalten der Anwesenden sowie die offensichtlichen Geheimnisse, die jede Person umgeben, stehen wieder mal im Mittelpunkt der Geschichte. Dabei wartet eine ganz besondere Offenbarung auf uns, die für mein Empfinden aber etwas zu weit geht. Wem wir glauben können und ob wir am Ende auf der richtige Seite stehen, offenbart sich ein Stück weit in den drei Abschnitten des vierten Kapitels, die uns hervorragend auf das fünfte und finale Kapitel vorbereiten, wo dann vermutlich alle offenen Fragen beantwortet werden. Insgesamt ist Episode 4 aber nicht ganz auf dem Niveau der vorhergehenden Teile, was mitunter an der etwas langatmigen Suche nach Hinweisen oder auch am erwähnten krassen Einschnitt liegt, der zwar überrascht, aber nicht so recht ins Gesamtbild passen möchte. Die außergewöhnliche Stimmung wurde aber auch diesmal hervorragend eingefangen, und die Tatsache, dass sich das Herrenhaus zunehmend öffnet und immer freier erkundet werden kann, weiß ebenso zu gefallen.

GBase-Episodenwertung: 7.5

Episode 5: Checkmate

Mit der fünften Episode findet das Adventure The Council seinen Höhepunkt. Im letzten Teil haben wir bereits aufgedeckt, dass im alten Herrenhaus übersinnliche Kräfte am Werk sind. Auch hatten wir die Chance, uns mit unserer neuen Fähigkeit, dem Gedankenlesen, vertraut zu machen. Wie die Entwicklung in den letzten Teilen bereits vermuten ließ, formieren sich, bevor es mit der zuvor unterbrochenen Konferenz weitergeht, zwei Gruppen. Eine unterstützt Lord Mortimers Plan, bei dem die Mitglieder der Konferenz starken Einfluss auf die Weltpolitik nehmen wollen. Auf der anderen Seite steht Sir Gregory mit seinen Anhängern, denen Mortimers Pläne deutlich zu weit gehen.

Episode 5 startet damit, dass uns Mortimer damit beauftragt, die anderen Gäste, die an seinem Vorhaben zweifeln, auf seine Seite zu ziehen. Dafür nutzen wir nicht nur unser Geschick im Analysieren unserer Gesprächspartner sowie unsere Aufzeichnungen über ihre individuellen Schwächen, sondern wenden auch die neu gewonnene Fähigkeit, das Gedankenlesen, an. Dabei lassen sich nicht alle Figuren leicht beeinflussen und überreden. Es ist sogar möglich, dass wir manche Charaktere gar nicht zur Änderung ihrer Meinung bewegen können. Diese Entwicklung lässt sich dann auch nicht mehr korrigieren, sodass wir unsere Äußerungen in den Dialogen und Herausforderungen mit Bedacht wählen sollten. Ein Highlight der letzten Episode ist ein Rätsel, bei dem die Gäste in einer Art Traumsequenz entsprechend ihren Zielen und Beziehungen angeordnet werden müssen. Hier werden noch mal all unsere Erinnerungen an die vergangenen Episoden benötigt. Mit entsprechend vielen Konzentrationspunkten können wir uns aber auch ein wenig helfen lassen. Das darauffolgende Rätsel in der Krypta, bei dem Erinnerungen auf riesigen Bilderrahmen in die richtige Reihenfolge gebracht werden müssen, hat dann aber unsere Nerven recht stark strapaziert, denn jede falsche Antwort löschte die vorhergehende, sodass wir andauernd wieder zurück zum letzten Bilderrahmen laufen mussten. Dennoch ist auch hier der Grundgedanke des Puzzles gelungen.

Leider steht auch im letzten Abschnitt von The Council das Übersinnliche stark im Vordergrund. Die Fähigkeiten der Dämonen, über die wir hier nicht mehr verraten wollen, gehen über das Gedankenlesen hinaus, sodass auch die Übernahme und Kontrolle eines Körpers möglich sind. Der spannende detektivische Ansatz, der das Spiel zu Beginn ausgemacht hat, wird immer unwichtiger, sodass viele Ziele nun durch den Einsatz übersinnlicher Kräfte erreicht werden. Dadurch verliert The Council auf der Zielgeraden das Besondere, das uns am Anfang sehr begeistert hat. Auch die Tatsache, dass sehr viele der anwesenden Personen plötzlich auf die eine oder andere Weise miteinander verwandt sind, konnte uns nicht überzeugen, da es eben nicht eine einzige besondere Beziehung ist, sondern auf einmal jeder irgendwie zur Familie eines anderen gehört.

Fazit von Daniel Walter (PlayStation 4)

Was wir schon bei der vierten Episode bemängelten, setzt sich leider im Finale fort. Das Adventure verliert zunehmend seinen realen Ansatz und geht für meinen Geschmack viel zu sehr in die übersinnliche Richtung. Auch das Herrenhaus und die Krypta verlieren ein wenig ihre Faszination, immerhin befinden wir uns schon seit fünf Episoden am selben Ort. Hinzu kommen die Verwandtschaftsverhältnisse, die doch zu sehr konstruiert wirken. Hier wurde insgesamt zu dick aufgetragen. Die Rätsel hingegen heben den Gesamteindruck des Finales, das insgesamt aber doch hinter meinen Erwartungen zurückbleibt.

GBase-Episodenwertung: 7.0

Gesamtfazit von Daniel Walter (PlayStation 4)

Die ersten drei Episoden von The Council haben mich sehr begeistert. Es waren nicht nur die unkonventionelle Grafik, der Schauplatz und die interessanten prominenten Charaktere, sondern auch die Neugier auf das, was wohl hinter allem steckt. Die Auflösung, die in Episode 4 ihren Anfang nahm, ging dann leider in eine Richtung, die mich nicht überzeugen konnte, denn mit Übersinnlichem lässt sich ohne große Mühe notfalls alles erklären und rechtfertigen. Auch wenn sich die Story für meinen Geschmack in eine falsche Richtung bewegt, kann das Adventure in Sachen Aufgaben und Rätsel das Niveau halten und bis zum Schluss überraschen. Detektiv-Puzzles gesellen sich zu Botengängen und Ordnungsaufgaben. Außerdem warten Herausforderungen in den Dialogen, sodass für Abwechslung gesorgt ist. The Council kann zwar für mich am Ende nicht ganz das erfüllen, was ich mir zu Beginn erhofft hatte, ist aber dennoch für Genrefans definitiv zu empfehlen.

GBase-Gesamtwertung: 8.0

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