Far Cry 5 PS4

Far Cry 5: Review

Wer nicht schon von Anfang an dabei ist, der wird spätestens mit der Veröffentlichung von Far Cry 3 mitbekommen haben, dass sich diese Spielereihe immer größerer Beliebtheit erfreut und aus dem Zocker-Alltag kaum noch wegzudenken ist. Nachdem es Spieler bereits in die afrikanische Savanne, auf eine tropische Pirateninsel, ins malerische Himalaya-Gebirge und sogar in die Mittelsteinzeit verschlagen hat, darf sich in Far Cry 5 im amerikanischen Hinterland ausgetobt werden. Ob der Titel an den Spielspaß der Vorgänger anknüpfen kann, erfahrt ihr bei uns im Test.

Bekenne deine Sünden

So viel schon einmal vorweg: Far Cry 5 ist großartig geworden und schöpft die Stärken der Vorgänger voll aus, ohne den Bogen zu überspannen, und schafft gleichzeitig die Gratwanderung, das Altbekannte nicht altbacken wirken zu lassen. Das liegt in unseren Augen darin begründet, dass Far Cry 5 mit einer abermals atemberaubenden Spielwelt, einem riesigen Fuhrpark, gut überlegten spielmechanischen Entscheidungen und einer großen Portion weltpolitischem Diskurs in Form eines spannenden Settings aufwartet. Doch immer der Reihe nach.

https://www.youtube.com/watch?v=VR2KqWGOpFI

In Far Cry 5 schlüpfen wir wahlweise in die Haut eines frisch gebackenen weiblichen oder männlichen Deputys, welcher ein Team von erfahrenen Polizeibeamten bei einem Einsatz in dem fiktiven Landkreis Hope County in Montana, USA begleitet. Ziel des Einsatzes ist die Festnahme des fanatischen Joseph Seed, der Kopf einer militanten Sekte namens Project at Eden's Gate, welche den Weltuntergang propagiert. Von den Mitbürgern anfangs noch als fanatische Spinner in einer Minderheit wahrgenommen, haben sich die Sektenmitglieder jedoch schnell zu einer ernstzunehmenden Bedrohung entwickelt, da sie bei der Verbreitung ihrer Religion nicht vor gewaltsamen Bekehrungen und Hinrichtungen im Falle einer Verweigerung zurückschrecken.

Dabei kommt es natürlich, wie es kommen musste. Die Festnahme geht gewaltig schief, und Josephs Jünger interpretieren die Rückkehr ihres spirituellen Führers als gottgewollt und Bruch des ersten Siegels auf dem Weg zur herbeigesehnten Apokalypse. Der Deputy und seine Kollegen finden sich daraufhin in alle Winde zerstreut in Hope County wieder und schließen sich einer kleinen Widerstandsgruppierung im Untergrund an. Ab dann ist es unsere Aufgabe, im Namen des Widerstandes den Einfluss von eben diesem zu stärken und natürlich die Macht der "Peggys" (die wunderbare Kurzform für die Anhänger des Project at Eden's Gate) Stück für Stück zu schwächen.

Make Hope County Great Again

Dies gelingt, wie es sich für das Open-World-Spielprinzip der Reihe gehört, auf unterschiedlichste Arten und über verschiedenste Wege. Wir können in der Spielwelt tun und lassen, was wir wollen, Hauptsache, wir fahren den Peggys in die Parade. So können wir beispielsweise gezielt Sekteneigentum (wie zum Beispiel Schreine) zerstören, natürlich die obligatorischen Außenposten einnehmen oder anderen Widerstandsmitgliedern bei ihren Plänen unter die Arme greifen. Auf dem Weg zu unseren Zielorten ist es uns unterwegs auch jederzeit möglich, zum Beispiel Sektentransporter zu überfallen und zu plündern, verschleppte Zivilisten zu retten oder Sekten-VIPs auszuschalten.

Auch das Plündern von sogenannten Prepper-Verstecken erweist sich bei der Schwächung der Peggys als sehr effektiv. Denn die mit Waffen, Geld und Materialien vollgestopften Verstecke versorgen uns – und damit automatisch den Widerstand – mit wertvollen Ressourcen, die die Sekte anschließend nicht mehr an sich reißen kann. Die Liste an Beschäftigungen ließe sich über Angeln, Jagen und dem Cruisen zu Land, Wasser oder Luft noch viel weiter ausführen; an Tätigkeiten mangelt es in Hope County beim besten Willen nicht. Wem im Rahmen der Kampagne die Luft ausgeht, der macht einen kurzen Abstecher in "Far Cry Arcade", wo unzählige weitere Kurzmissionen warten.

https://www.youtube.com/watch?v=bYkQWTUmEkI

Haben wir in einer Region ausreichend Widerstandspunkte gesammelt, ziehen wir die Aufmerksamkeit von Josephs Herolden John, Faith und Jacob Seed auf uns, und der Spieler darf sich auf Auseinandersetzungen mit verrückten sowie interessanten Charakteren gefasst machen. Die Region eines jeden Charakters kann dabei mit unterschiedlichen ländlichen Eigenschaften aufwarten. So stören wir beispielsweise Johns Herrschaftsbereich überwiegend auf weiten Feldern und Obstplantagen, während wir Jacobs Nerven beim Durchkämmen von Gebirgspässen strapazieren. Besonders gut gefallen hat uns der konsequente Ausbau der Stärken der Vorgänger. So wirkte der Widerstand in Far Cry 4 noch etwas unglaubwürdig, während wir hier beherzt zur Wumme greifen und die unterjochten Leute unterstützen wollen.

Weiterhin wurde das Begleitersystem aus Far Cry Primal spannend und sinnvoll ausgebaut, sodass wir nun bis zu zwei aktive Helferlein permanent bei uns führen und ihre taktischen Fähigkeiten für uns nutzen können. Ein Großteil der Helfer ist dabei nicht nur nützlich, sondern auch sehr sympathisch. Alternativ kann im kooperativen Modus der beste Kumpel mit gegen die Peggys ins Feld ziehen. Auch unsere Teilüberschrift auf dieser Seite ist nicht willkürlich gewählt, denn der Titel strotzt vor Anspielungen und Querverweisen auf aktuelle weltpolitische Debatten, während viele Charaktere und Missionen gleichzeitig wieder dermaßen überzeichnet dargestellt sind, dass die Zwischentöne nie zu düster werden. Wir empfanden den Spagat zwischen Ulk und Ernst als sehr gelungen.

Fazit von Jessica Rehse (PlayStation 4)

Dafür, dass ich eigentlich Sandbox-Spiele nicht sonderlich mag und lieber Spielwelten mit klaren Strukturen und stringenten Verläufen bevorzuge, schafft es die Far-Cry-Reihe immer wieder, mich aus meinen gewohnten Mustern herauszureißen. Nachdem ich damals mit Teil 3 aus eben genannten Geschmacksgründen größere Startschwierigkeiten hatte, war es nach einigen Spielstunden dann doch um mich geschehen. Mein Entdeckerdrang kommt seitdem mit jeder Veröffentlichung immer wieder zum Vorschein, und bisher hat mir jeder Nachfolger sogar immer noch ein bisschen besser gefallen, als der Vorgänger.

So ist es auch bei Far Cry 5 der Fall, der in meinen Augen der durchweg gelungenste Teil der Reihe ist. Das fiktive Montana sieht hervorragend aus und spielt sich auch so (das bisschen nachladende Texturen und ein paar KI-Begleiter mit Totalausfällen sollten nicht unerwähnt bleiben, fallen für mich aber in Relation zum Spielspaß kaum ins Gewicht), die Charaktere sind interessant bis abermals herrlich verrückt, und vor allem das Setting der einen ganzen Landstrich besetzenden militanten Sekte hat es mir sehr angetan. Ich liebe das Teil.

Pro
  • Gigantische und vielfältige Spielwelt
  • Herausragende Optik
  • Große spielerische Freiheit
  • Spannendes Setting, interessante Charaktere
  • Weitere Spielmodi neben der Kampagne
  • Lange Spielzeit
Contra
  • Sichtbar nachladende Texturen, aufploppende Umgebungsdetails
  • Ausfälle der KI-Begleiter zum Teil nur durch Neuladen zu beheben
Gesamtwertung
  • Abwechslung Sehr Gut
  • Atmosphäre Sehr Gut
  • Bedienung Sehr Gut
  • Langzeitmotivation Sehr Gut
  • Herausforderung Gut
  • Spieldauer Sehr Gut
  • Multiplayer Gut
  • Preis/Leistung Sehr Gut
9.0
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Far Cry 5 Facts

  • GenreAction: 3D-Shooter
  • Release27. März 2018
  • KaufenAmazon
  • EntwicklerUbisoft
  • PublisherUbisoft
  • USKkeine Jugendfreigabe
  • PEGI18+
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