Life is Strange: Before the Storm PC

Life is Strange: Before the Storm: Special

Mit Life is Strange: Before the Storm wird einer der Überraschungstitel der vergangenen Jahre um ein Prequel ergänzt. Dabei wartet viel Altbewährtes auf uns, wir können uns aber auch auf einige Neuerungen freuen. Ob der Titel mit seinem Vorgänger mithalten kann, zeigen wir euch in unserem Special, in dem wir die einzelnen Episoden für euch unter die Lupe nehmen.

Episode 1: Erwacht

Im Gegensatz zum ersten Teil, in dem wir die sympathische Max steuern durften, schlüpfen wir in Before the Storm in die Rolle von ihrer Freundin Chloe. Auch wenn sie im Prequel noch keine blauen Haare hat, legt sie auch hier schon ihre bekannte rebellische Grundhaltung an den Tag. Diese wird direkt nach dem Start der ersten Episode deutlich, wenn sie sich auf dem Gelände einer alten Mühle herumtreibt und dort zahlreichen zwielichtigen Gestalten begegnet.

Sobald wir es ins Innere der Mühle geschafft haben, finden wir uns in einem heruntergekommenen, provisorischen Klub wieder, in dem sich diverse Anhänger der Punkszene mit ihresgleichen unterhalten und dabei der Musik einer angesagten Szeneband lauschen. Hier müssen wir unserer Kreativität unter anderem freien Lauf lassen, um trotz Geldmangel ein T-Shirt am Merchandising-Stand zu erhalten, und stehen zudem vor der einen oder anderen moralischen Entscheidung, die wie gewohnt Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Geschichte haben wird. Zudem treffen wir nach kurzer Zeit das erste Mal auf Rachel Amber, deren Gesicht im ersten Teil unzählige Vermisstenplakate auf dem Gelände der Blackwell Academy zierte.

Alte Vorgehensweise und neue Fähigkeiten

Genau wie Max redet auch Chloe pausenlos gedanklich mit sich selbst, wodurch wir immer genau wissen, was sie in welcher Situation empfindet und von bestimmten Personen, Objekten oder Gegebenheiten hält. Die Tatsache, dass wir im Prequel Chloe steuern dürfen, bietet uns, im Gegensatz zur meist eher braven Max, die Möglichkeit, immer wieder über die Stränge zu schlagen und des Öfteren moralisch verwerfliche Dinge zu tun. Dieser Kontrast zum ersten Teil weiß von Beginn an zu gefallen und verleiht dem Titel einen ganz eigenen Schwerpunkt.

Während wir mit Max im ersten Life is Strange immer wieder Orte entdecken konnten, an denen wir Fotos aufnehmen und diese in unserem Album verewigen durften, ist Chloe in der Lage, ihre Umgebung an bestimmten Stellen mit Graffitis oder Schriftzügen zu "verschönern", wodurch auch die Sammler unter euch wieder voll auf ihre Kosten kommen sollten. In den zahlreichen Gesprächen stehen uns wie gewohnt mehrere Antwortmöglichkeiten zur Wahl, die jeweils eine andere Reaktion unseres Gesprächspartners auslösen können, wodurch wir an vielen Stellen Einfluss auf die Story nehmen können.

Während Max im Vorgänger auf ihre Time-Shift-Fähigkeit zurückgreifen konnte, um den Verlauf von Gesprächen zu beeinflussen, können wir dies mit Chloe anhand von sogenannten Widerworte-Herausforderungen tun. Hierbei müssen wir genau darauf achten, was unsere Gesprächspartner von sich geben, um sie anschließend mithilfe von Argumenten oder Beleidigungen zu beeinflussen. Anhand der Fortschrittsanzeige sehen wir, ob wir mit unserer Vorgehensweise vorankommen und wie lange es noch dauert, bis wir unser Gegenüber überzeugt haben. Zudem müssen wir darauf achten, uns nicht zu viel Zeit zu lassen, da wir sonst die Gelegenheit verpassen, unser gewünschtes Ziel zu erreichen.

Atmosphärische Umsetzung mit bekannten Elementen

Grafisch bietet uns Before the Storm den gleichen atmosphärischen Comicstil wie sein Vorgänger. Die Life-is-Strange-Stimmung, die gleichermaßen melancholisch und nachdenklich wie auch verträumt und hoffnungsvoll ist, finden wir auch in Teil 2 wieder, wodurch sich jeder Fan der Reihe schnell heimisch fühlen sollte. Selbstverständlich ist auch die Blackwell-Academy als Schauplatz wieder mit dabei, was zahlreiche Erinnerungen weckt und dieses vertraute Gefühl noch verstärkt. Auch die Hintergrundmusik, die erneut sehr dezent gehalten ist, zieht uns mit ihren sanften Gitarrenklängen sofort in ihren Bann und unterstreicht die außergewöhnliche Aura des Adventures.

Sehr positiv ist zudem die Tatsache, dass es in der Umgebung wieder sehr viel zu entdecken gibt, darunter zahlreiche Objekte, die für die Geschichte überhaupt nicht relevant sind. Dennoch sind es gerade diese auf den ersten Blick unwichtigen Details wie das Schütteln einer Schneekugel in Chloes Zuhause oder das Betrachten eines Bildes, auf dem ihr verstorbener Vater zu sehen ist, die dafür sorgen, dass wir eine emotionale Verbindung zu ihr aufbauen und ihr Verhalten verstehen können – auch wenn sie sich oftmals daneben benimmt.


Fazit von Daniel Walter (PC)

Die erste Episode von Before the Storm bringt genau das zurück, was ich schon am Vorgänger geliebt habe: eine außergewöhnliche Stimmung, wunderbar gezeichnete Charaktere und kleine, liebevolle Details, die für zahlreiche emotionale Momente sorgen. Chloes Perspektive bietet uns zudem die Chance, ein deutlich derberes Verhalten an den Tag zu legen, als es bei Max der Fall war, was dem Prequel eine ganz eigene Note verleiht. Zudem sind Chloes Widerworte-Herausforderungen eine sehr gute Entschädigung für das Fehlen der Time-Shift-Funktion aus Teil 1. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Charaktere weiterentwickeln und welche Wendungen in den kommenden Episoden noch auf mich warten werden.

GBase-Episodenwertung: 9.0

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