XCOM 2 PC

XCOM 2: War of the Chosen Special

Mit War of the Chosen hat Firaxis eine umfassende XCOM-2-Erweiterung veröffentlicht, die wir uns für einen Test ausführlich angeschaut haben.

Da das Add-on ähnlich wie Enemy Within bei XCOM: Enemy Unknown nicht das Hauptspiel mit einer neuen Kampagne ergänzt, sondern sich komplett in bestehende Inhalte integriert, konzentrieren wir uns in diesem Artikel auf die Neuerungen und verweisen für grundlegende Informationen über XCOM 2 auf unseren damaligen Test.

War of the Chosen ergänzt die Handlung von XCOM 2 um Widerstandsfraktionen und ADVENT-Auserwählte. Dies bedingt, dass Spielstände aus dem Basisspiel nicht weiterverwendet werden können und somit ein kompletter Neustart nötig ist. Aufgabe ist es, die verfeindeten Rebellenorganisationen Schnitter, Scharmützler und Templer für den Kampf gegen die Alien-Invasoren zu verbünden und die Superschurken-artigen Auserwählten zu eliminieren. Wohlgemerkt sind das nur zusätzliche Nebenschauplätze, muss die eigentliche Hauptmission, die Verhinderung des Avatarprojekts, doch nach wie vor absolviert werden. In erster Linie haben wir es also mit einem inhaltlich deutlich erweiterten Hauptspiel zu tun, dessen ohnehin schon hohe Komplexität eine neue Dimension erreicht. Firaxis hat es geschafft, die vielen neuen Inhalte glaubhaft und nahtlos zu implementieren, sodass nicht der Eindruck entsteht, als wäre halbherzig etwas Neues an Bestehendes gepflanscht worden.

https://www.youtube.com/watch?v=n3bENBYSucQ

Kommen wir zwecks Detailbetrachtung zunächst zu den Widerstandsgruppen, die unterschiedliche Ziele verfolgen und von denen manche der ADVENT-Armee entstammen. Im Verlauf müssen wir via Weltkarte und speziellen Missionen Kontakt zu den Fraktionen aufnehmen und dürfen dann sogar Helden aus deren Reihen in unserer Soldatenriege begrüßen. Sie stellen einen wichtigen Faktor gegen die übermächtigen Auserwählten dar, die gerne mal in scheinbar normale Missionen hineinplatzen und etwa für Schnitterangriffe besonders anfällig sein können. Aufgezwungen werden die Rebellenhelden uns aber nicht: Wir können sie genau wie unsere anderen Soldaten individuell ausrüsten und im Erscheinungsbild anpassen – sowie auf Wunsch in der fliegenden Basis lassen und uns für andere Kämpfer entscheiden. Nehmen wir sie mit, stehen uns brandneue Waffen und Fertigkeiten offen. Scharmützler legen per Greifhaken mühelos größere Distanzen und Höhen zurück oder ziehen Feinde damit zu sich, um sie im Nahkampf zu malträtieren. Schnitter hingegen können dauerhaft im Schatten agieren und haben selbst bei Schüssen eine Chance, verdeckt zu bleiben. Ähnlich wie klassische Truppenmitglieder steigen die Widerständler im Rang auf und können spezielle Fertigkeiten lernen.

Abseits der Gefechte eröffnet der Widerstands-Aspekt neue taktische Optionen im Management-Teil des Spiels. So können wir verdeckte Aktionen anordnen, mit denen wir beispielsweise (sukzessive) die Verstecke der Auserwählten ermitteln, ADVENT-Pläne durchkreuzen/hinauszögern und zusätzliche Ressourcen abgreifen. Der Haken: Für die mehrtägigen Vorhaben müssen wir Soldaten abstellen, die für diese Zeit nicht für klassische Einsätze zur Verfügung stehen. Und mitnichten ist die Zuweisung von Grünschnäbeln zielführend, setzen manche Aktionen doch einen bestimmten Rang oder eine vorgegebene Fertigkeitenstufe voraus. Im Gegenzug werden wir mit oben genannten Errungenschaften belohnt, und manch ein Soldat verbessert seine Fähigkeiten.

Damit noch lange nicht genug der Neuerungen, können unsere Soldaten ab sofort von Kameradschaftsboni profitieren. Einheiten, die wir im Gefecht Seite an Seite agieren lassen, bauen eine Bindung zueinander auf und können dann Spezialfähigkeiten anwenden, darunter die Möglichkeit, dem Bündnispartner einen zusätzlichen Aktionspunkt pro Mission zu schenken. Weniger vorteilhaft ist für XCOM-Kommandeure der neue Müdigkeits-Aspekt für die Truppe. Die Zeiten, in denen wir stets dieselbe elitäre Squad-Besetzung in Einsätze schickten, sind vorbei. Gönnen wir nämlich den Männern und Frauen keine Verschnaufpausen, leiden sie zunehmend an Erschöpfung und können gar permanente Malusse erhalten – und zum Beispiel bei Fehlschüssen in Panik geraten. Wir sind also gezwungen, unsere Squad-Zusammensetzung zu variieren, was den taktischen Anspruch natürlich insgesamt steigert. Ganz ausgeliefert sind wir negativen Effekten übrigens nicht: Zu den neu einrichtbaren Räumen zählt die Krankenstation, die wir mit Wissenschaftlern besetzen können, um die Regenerierungsphasen verletzter Kameraden zu verkürzen. Auch ist es hier möglich, die angesprochenen Malusse zu heilen.

https://www.youtube.com/watch?v=dujS8L7qWAU

Die Feindseite bekommt in War of the Chosen natürlich auch Vorteile. Neben den bereits genannten Auserwählten gesellen sich das Hightech-Wesen Phantom, eine Flammenwerfer-Einheit und neue Psi-Begabte mit Stasis-Fertigkeit zum ADVENT-Repertoire. Die Zombie-artigen Verlorenen stellen zudem eine weitere unabhängige Gegnerfraktion dar, die zwischen XCOM, Widerstand und ADVENT als Feindbild nicht unterscheiden und schlicht auf alles losgehen, was sich in deren Nähe aufhält. Die Besonderheit der Kreaturen: Sie treten stets in größeren Gruppen auf und scheinen über einen nicht enden wollenden Nachschub zu verfügen. Aktionspunkte und Munition würden nicht reichen, wenn Firaxis sich nicht einen Kniff überlegt hätte: Jedes Mal, wenn ein Verlorener abgeknallt wird, kostet der Todestreffer rechnerisch keinen Aktionspunkt. Sprich: Wir können im Idealfall eine ganze Gruppe der Biester mit einem Soldaten erledigen. Nur die Munitionskapazität der Waffe setzt Grenzen, und natürlich die Trefferwahrscheinlichkeit, an der sich in der Erweiterung sogar marginal spürbar etwas verbessert hat. Auf hohe Trefferchancen-Angaben scheint nun etwas mehr Verlass zu sein.

Für die Augen bietet War of the Chosen einige neue Umgebungen und Grafikspielereien. Zudem wurde den teils elend langen Ladezeiten und einigen Ruckeleinlagen des Hauptspiels ein Ende gesetzt. Wer nun auf einen Patch hofft, der die technischen Verbesserungen für XCOM 2 nachreicht, wird jedoch enttäuscht. Laut 2K Games seien sie zu stark mit dem Add-on verwoben und könnten nicht einfach portiert werden. Ob das stimmt oder nicht, sei dahingestellt. Enttäuschend dürfte es für nicht Wenige allemal sein.

Fazit von Daniel Boll (PC)

Viele meiner damaligen Kritikpunkte im XCOM-2-Test wurden mit War of the Chosen ausgeräumt oder zumindest stark abgemildert. Wie Enemy Within komplettiert auch diese Erweiterung das Hauptspiel in einer Weise, dass man sich fragt, wieso das nicht vornherein so geplant wurde. Mit den Widerstandsgruppen, den Auserwählten, den neuen ADVENT-Einheiten und den taktischen Neuerungen kommen erfrischende und motivierende Elemente ins Spiel. Die ohnehin schon nicht geringe Komplexität und Schwierigkeitsstufe werden nochmals befördert, ohne dass jedoch die Spielbalance darunter leiden würde. Trotz der Fülle an neuen Inhalten wirkt alles wie aus einem Guss – und nebenbei wurden die Ladezeiten drastisch verkürzt und die allgemeine Performance optimiert.

Daher ziehe ich meinen Hut vor dieser Leistung, bemerke aber kritisch, dass die 39,99 Euro fürs Add-on übertrieben hoch erscheinen, da das Basisspiel zusätzlich benötigt wird und man inklusive "Reinforcement Pack" und abseits von Sonderpreisen die 100-Euro-Marke übertrifft. Für den einen oder anderen ergäbe es insofern Sinn, auf eine mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann folgende und sicherlich günstiger ausfallende Komplettausgabe zu warten.

GBase-Wertung: 9.0

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XCOM 2 Facts

  • GenreStrategie: Runden-Strategie
  • Release5. Februar 2016
  • KaufenAmazon
  • EntwicklerFiraxis
  • Publisher2K Games
  • USKFreigegeben ab 16 Jahren
  • PEGI16+
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