World War Z PC

World War Z: Review

Mit World War Z gibt es endlich Nachschub für Fans von Zombie-Shootern wie Left 4 Dead. Ob uns der Kooperativ-Shooter, der an den gleichnamigen Film angelehnt ist, überzeugen konnte, lest ihr im Test.

Einmal um den Erdball

Wer sich nicht sofort in den Mehrspielermodus stürzen will, beginnt idealerweise mit der Kampagne, die in fünf Schwierigkeitsstufen gespielt werden kann – wahlweise offline oder auch online mit Freunden. Die Geschichte ist aufgeteilt in vier Episoden, die sich über den gesamten Globus erstrecken. So arbeiten wir uns von New York über Jerusalem und Moskau bis nach Tokio vor. Die Story spielt bei den temporeichen Kampagnen-Abschnitten zwar eine untergeordnete Rolle, dennoch verleiht sie den Ballereien einen gewissen Rahmen. So kämpfen wir uns in der ersten Episode durch das zombieverseuchte Manhattan und versuchen den Hudson River und die dort befindliche rettende Evakuierungszone zu erreichen. Der Ausflug nach Jerusalem hat es dagegen zum Ziel, einen geheimen Bunker aufzuspüren, in dem sich die ultimative Waffe befinden könnte, mit der den Untoten Einhalt geboten werden kann. In der russischen Hauptstadt geht es dagegen ums nackte Überleben, wenn wir uns auf der Suche nach Essen in die infizierten Straßen der einstigen Metropole begeben. In Tokio stellen wir uns in den Dienst der Allgemeinheit und verschaffen den aus der Hauptstadt fliehenden Zivilisten Zeit, indem wir uns den untoten Horden entgegenstellen. In den ersten drei Episoden warten jeweils drei einzeln anwählbare Spiel-Abschnitte auf uns, in Tokio sind es lediglich zwei Kapitel.

Meister aller Klassen

World War Z hält in der Kampagne sechs verschiedene Klassen mit individuellen Besonderheiten und speziellen Perks für uns bereit, die durch Fortschritt freigeschaltet werden können. Der Revolverheld präsentiert sich beispielsweise als klassischer Schütze, der seine Schusswaffen-Kenntnisse sukzessive verbessert und dadurch immer effektiver wird. Zu den Verbesserungen gehören unter anderem kürzere Nachladezeiten, ein erhöhter Schaden oder auch ein schnelleres Wechseln der Waffen. Der Höllenfürst ist dagegen ein Sprengstoffexperte, der mit C4 und Claymore Löcher in die gegnerischen Reihen reißt. Lebenswichtige Begleiter sind außerdem der Arzt, der sich um die Gesundheit des Trupps kümmert, sowie der Bastler, der seine Mitstreiter mit Vorratstaschen versorgt. Ergänzt wird die Auswahl durch die Nahkampfklasse Schlitzer sowie durch den Schädlingsbekämpfer, der es bevorzugt mit ganzen Gegnerschwärmen aufnimmt und diese unter anderem mit Molotowcocktails in Schach hält. Der Umfang an Klassen ist ordentlich und motiviert zum Ausprobieren, da sich jede Klasse doch ein wenig anders anfühlt. Ein völlig neues Spielerlebnis bieten die einzelnen Typen aber nicht. Die Wahl der Klasse ist übrigens unabhängig vom Aussehen des Charakters, das separat festgelegt werden kann. Einen Charakterdesigner gibt es leider nicht, stattdessen stehen uns pro Kapitel der Kampagne vier vorgefertigte Figuren zur Auswahl, die sich leider nicht verändern lassen.

Zombies sind keine Mangelware

Das Gameplay des Shooters kombiniert Elemente aus Left 4 Dead und Dead Rising. So warten große Horden an Zombies auf uns, die sich auf uns stürzen und niedergemäht werden müssen. Die riesigen Ansammlungen bestehen zu großen Teilen aus gewöhnlichen, langsameren Zombies, die in der Regel mit wenigen Schüssen erledigt sind. Hinzu gesellen sich fiese Schleicher, die sich in Fußbodennähe aufhalten und gern mal übersehen werden, oder auch gepanzerte Zombies mit Helmen und Rüstungen, die auf uns zustürmen und uns zu Boden reißen. Innerhalb der Levels finden wir regelmäßig Munition sowie neue Waffenarten. Außerdem stehen uns hier und da nützliche Hilfsmittel wie automatische Geschütze zur Verfügung, die gegen die Horden eingesetzt werden können. Zwischen den allgegenwärtigen Ballereien versucht das Spiel, mit kleineren Sammelaufgaben für Abwechslung zu sorgen, die aber insgesamt doch etwas zu lieblos ausfallen. Die Schießereien selbst machen hingegen wirklich Spaß und sind auf höheren Schwierigkeitsstufen entsprechend anspruchsvoll und fordernd.

Keine grafischen Höhenflüge, aber eine solide Optik

Grafisch präsentiert sich World War Z als sehr ordentlich. Gerade der Lichteinfall und die Spiegelungen auf metallischen Oberflächen oder auf Wasser können sich sehen lassen und verleihen dem Titel eine zeitgemäße Optik. Die Gesichter der Charaktere sind hingegen etwas steif und leblos ausgefallen, und die Zombies wirken teils etwas altbacken. Auch die Darstellung der großen Horden kann nicht immer überzeugen, da die Bewegung der Zombies an einigen Stellen sehr unnatürlich wirkt. Dadurch erscheinen vor allem die großen Gruppen oftmals eher wie ein Ameisenhaufen und fühlen sich weniger wie eine tödliche Bedrohung an. Dies ist insgesamt ein Faktor, der uns beim Testen negativ aufgefallen ist. Auch wenn die Zombies in Horden auf uns zustürmen, schafft es das Spiel zu selten, sie wirklich bedrohlich wirken zu lassen. Wenn man hier an Titel wie Dying Light denkt, in denen die Untoten gerade bei Nacht wirklich für schweißnasse Hände sorgen können, ist hier definitiv noch Luft nach oben. Die Atmosphäre der einzelnen Schauplätze ist hingegen sehr gut eingefangen, ganz gleich, ob wir in den düsteren Tunneln der New Yorker U-Bahn, in den größtenteils zerstörten Straßen Manhattans oder zwischen den überzeugend in Szene gesetzten Überresten der Heiligen Stadt kämpfen.

Auf in den Kampf!

Wenn man sich in der Kampagne mit dem Gameplay vertraut gemacht habt, gibt es keinen Grund mehr, sich nicht in den Multiplayer-Modus zu stürzen. Hier warten insgesamt zehn (!) unterschiedliche Klassen auf uns, die mit einem individuellen Set an Waffen ausgestattet sind. Die Wahl der Klasse ist also hier gleichbedeutend mit der Wahl der Ausrüstung, die uns anschließend zur Verfügung steht. Für jede Klasse können wir sukzessive Verbesserungen freischalten, indem wir höhere Stufen erreichen. Hier werden grundlegende Dinge verbessert, etwa die Anzahl der tragbaren Granaten oder auch die Effektivität einzelner Waffen. Der Mehrspielermodus bietet uns fünf Spielvarianten, bei denen wir es nicht nur mit Zombies, sondern eben auch mit menschlichen Gegnern zu tun bekommen. Zur Auswahl an Modi gehören klassische Spielvarianten wie die Vorherrschaft, bei der Kontrollpunkte erobert werden müssen, oder auch das Deathmatch, hier Schwarm-Todeskampf genannt, bei dem es einfach nur um das Töten der Feinde geht. Hinzu kommen Modi wie der "Scavenge Raid", bei dem es um das Sammeln von Rohstoffen geht, oder auch die Impfstoffjagd, bei der Impfampullen verteidigt werden müssen. Sehr gut gefallen hat uns außerdem King of the Hill, wo wir ein Areal erobern und anschließend verteidigen müssen, und zwar gegen Zombies und gegnerische Spieler.

Fazit von Daniel Walter (PC)

World War Z macht insgesamt sehr viel richtig. Gerade das zentrale Element, also die allgegenwärtigen Ballereien in gigantischem Ausmaß, können überzeugen und machen sowohl in der Kampagne als auch im Multiplayer Spaß. Die Einzelspielerkampagne, die wahlweise auch online mit Mitspielern bestritten werden kann, bleibt jetzt nicht unbedingt wegen ihrer innovativen Geschichte in Erinnerung, die nämlich in allen vier Kapiteln schnell erzählt und wirklich sehr nebensächlich ist. Die Inszenierung der Kampagne ist aber definitiv gelungen und liefert uns ein temporeiches und kurzweiliges, leider aber auch recht kurzes Spielerlebnis, das uns einmal rund um den Globus führt.

Die Atmosphäre der einzelnen Schauplätze ist sehr gut eingefangen, egal ob wir uns in Moskau, Tokio oder Jerusalem befinden. Grafisch ist das Spiel insgesamt in Ordnung, wenn auch nicht überragend. Gerade die Gesichtszüge der Charaktere oder auch die Optik und die Bewegung der Zombies, vor allem die der charakteristischen Horden, sind ausbaufähig. Wirklich bedrohlich wirken die Zombies leider auch nur in den seltensten Fällen, hier wäre also noch etwas Luft nach oben gewesen.

Zusammenfassend bietet World War Z ein überzeugendes, wenn auch nicht perfektes Spielerlebnis, das Freunden von Left 4 Dead Spaß machen sollte.

Pro
  • Kurzweilige Kampagne
  • Abwechslungsreiche Schauplätze mit gelungener Atmosphäre
  • Temporeiches, motivierendes Gameplay
  • Fünf Schwierigkeitsstufen
  • Optisch ansprechende Spielwelt
  • Gute Auswahl an Mehrspielermodi
Contra
  • Kampagne recht kurz geraten
  • Sehr nebensächliche Geschichte
  • Kein Charakterdesigner
  • Darstellung der Gesichter und Zombiehorden ausbaufähig
Gesamtwertung
  • Abwechslung Gut
  • Atmosphäre Befriedigend
  • Bedienung Gut
  • Langzeitmotivation Befriedigend
  • Herausforderung Gut
  • Spieldauer Befriedigend
  • Multiplayer Befriedigend
  • Preis/Leistung Gut
8.0
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