Railway Empire PC

Railway Empire: Preview

Die Wirtschaftssimulation Railway Empire von Kalypso Media bietet uns die Möglichkeit, die goldenen Jahre der Eisenbahn in den USA aus nächster Nähe mitzuerleben. Ob uns der Ausflug ins 19. und 20. Jahrhundert gefallen hat, zeigen wir euch in unserer Vorschau.

Sanfte Eingewöhnung

Um uns mit den verschiedenen Funktionen der Simulation vertraut zu machen, hält der Titel eine gut strukturierte Kampagne bereit, die uns in fünf Kapiteln einmal quer durch die USA führt. Hier lernen wir zunächst die Basics, die von der einfachen Kamerasteuerung oder dem Errichten von Gebäuden über das Bauen von Gleisen bis hin zum Installieren von Signalen an der Strecke reichen. Auf diese Weise wird uns das Handwerkszeug für eine erfolgreiche Karriere kompakt und übersichtlich nähergebracht. Hier sollten wir allerdings darauf achten, die einzelnen Schritte zügig zu erledigen, da es sonst passieren kann, dass wir ein Zeitlimit überschreiten und die Einführung dadurch noch einmal machen müssen. Sobald wir die Grundsteuerung verinnerlicht haben, wird das Spiel schon innerhalb des ersten Kapitels der Kampagne sehr viel freier. Hier wartet eine umfangreiche Liste an Aufgaben auf uns, die sowohl Pflicht- als auch optionale Ziele bereithält, die innerhalb einer vorgegebenen Anzahl von Jahren erfüllt werden müssen. Die Aufgaben, die es zu erledigen gilt, sind breit gefächert. So erwartet man beispielsweise von uns, bestimmte Städte miteinander zu verbinden, eine gewisse Anzahl von Passagieren zu einem festgelegten Ort zu befördern oder auch gewünschte Waren von einem Ort zum anderen zu transportieren.

Eine große Verantwortung

Als Eisenbahnmanager ist es nicht nur unsere Aufgabe, Bahnhöfe zu bauen, miteinander zu verbinden und dadurch nach und nach das Land zu erschließen. Auch hängt von unserer Arbeit die Infrastruktur der Region ab. So werden in den einzelnen Regionen bestimmte Rohstoffe und Lebensmittel angebaut oder produziert, die es in anderen Arealen nicht gibt. Dennoch wollen auch die benachteiligten Orte besagte Produkte haben, und Personen möchten zudem gerne zwischen den einzelnen Städten hin und her reisen. Daher ist es erforderlich, die Rohstoffvorkommen sowie die Bedürfnisse der Städte zu studieren und unsere Gleise dementsprechend anzulegen. Damit die Waren transportiert werden können, müssen wir selbstverständlich Fahrpläne erstellen, die den einzelnen Zügen ihre Haltestellen zuweisen. Das Verladen der Produkte und Personen erfolgt auf Wunsch manuell oder automatisch. Je mehr wir auf die Wünsche der Regionen eingehen, desto besser gedeihen sie. Darüber hinaus müssen wir uns um unsere Züge kümmern und entsprechende Wartungsstationen und Versorgungspunkte auf den Strecken installieren. Zudem ist es unser Job, die Gleise so anzulegen, dass sämtliche Züge diese problemlos befahren können. Wenn sich zwei Zuglinien kreuzen, ist es beispielsweise erforderlich, Signale einzusetzen, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Da es bei einer Wirtschaftssimulation natürlich in erster Linie ums Geld geht, sollten wir stets im Auge behalten, ob die einzelnen Zuglinien auch ausreichend Ertrag abwerfen oder wir sie eventuell noch etwas besser strukturieren müssen. Wenn es finanziell einmal eng werden sollte, haben wir aber außerdem die Möglichkeit, einen Kredit aufzunehmen und unser Unternehmen dadurch über Wasser zu halten.

Spielmodi für unterschiedliche Spielertypen

Wer die Kampagne beendet hat und dennoch nicht auf einen gewissen Rahmen verzichten möchte, kann sich in den unterschiedlichen Szenarien austoben, die vom frühen 19. Jahrhundert bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts reichen. Diese erstrecken sich über das gesamte Areal der USA und unterscheiden sich darüber hinaus in ihrem Schwierigkeitsgrad. Jedes Szenario lässt sich vor Beginn noch ein Stück weit individualisieren, wodurch wir die Stärke der KI-Gegner oder auch die Beschaffenheit des Streckennetzes anpassen können. Zudem kann vor dem Start einer von sechs Charakteren ausgewählt werden, von denen jeder einen individuellen Bonus mitbringt. Die Boni reichen hierbei von niedrigeren Baukosten bis hin zu Rabatten auf Lokomotiven. Wie in der Kampagne gilt es auch in den Szenarien, eine Liste von Aufgaben abzuarbeiten, die sich über mehrere Jahre erstrecken. Das freie Spiel lässt uns hingegen komplett von der Leine und punktet mit weiteren Einstellungsoptionen wie der veränderbaren Anzahl an KI-Gegnern, der Wahl der Startstadt oder der Festlegung des Startkapitals. Hier sind die gestellten Aufgaben noch sehr viel allgemeiner gehalten und dienen lediglich dazu, unsere Bewertung am Ende zu verbessern. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, ist mit dem Modellbaumodus gut bedient. Diese komplett freie Spielvariante macht es möglich, mit unbegrenztem Budget eine Eisenbahnlinie aufzubauen, ohne dabei auf Konkurrenten oder Aufgaben achten zu müssen. Hier kommen also Bastler und Eisenbahnfreaks auf ihre Kosten, die gerne ohne Stress tüfteln und sich dabei an den wachsenden Regionen erfreuen möchten.

Ansprechende Präsentation

Dank der übersichtlich gehaltenen Menüs sowie der intuitiven Steuerung mit Maus und Tastatur ist die Organisation des Streckennetzes kein Problem. Eisenbahnlinien können beispielsweise Stück für Stück platziert werden, wodurch sie sich sehr detailliert planen lassen. Auch der Bau der Gebäude geht stressfrei von der Hand, ebenso wie das Anlegen der Zuglinien. Die Zoomfunktion ermöglicht es uns, das Treiben in den Städten zu beobachten, und im Gegensatz zu manch anderer Simulation bewegt sich hier auch wirklich etwas. So können wir nicht nur unsere Züge bei der Arbeit beobachten, sondern auch Autos, Kutschen und sogar Fußgänger in den Straßen entdecken. Weiterhin machen rauchende Schornsteine oder auch fließende Gewässer die Spielwelt lebendig und garantieren einen realistischen Rahmen. Die Bäume und Sträucher sind dagegen etwas steif ausgefallen, hier wäre ein wenig Bewegung schön gewesen, um das optische Gesamtbild abzurunden. Sehr gut gefallen haben uns hingegen die kleinen Zeitungsartikel, die in regelmäßigen Abständen erscheinen und mit geschichtlichen Gegebenheiten unser Interesse wecken.

Ersteindruck von Daniel Walter (PC)

Nach einiger Spielzeit in sämtlichen Modi muss ich sagen, dass mir Railway Empire wirklich Spaß macht. Die gestellten Aufgaben in der Kampagne sowie in den Szenarien lassen den Spieler am Ball bleiben, ohne dass er zu sehr unter Druck gerät. Die verschiedenen Anpassungsoptionen im freien Spiel sowie in den Szenarien machen ein individuelles Spielerlebnis möglich, bei dem wir uns je nach Belieben Steine in den Weg legen oder selbige entfernen können. Die Steuerung präsentiert sich als äußerst unkompliziert, was ein flüssiges und frustfreies Spielen sicherstellt. Besonders herausstellen möchte ich den Modellbaumodus, der quasi eine digitale Variante für alle Modellbahnfans ist. Hier geht es nicht darum, Aufgaben zu erfüllen, sondern ein schönes Streckennetz zu erstellen, auszubauen und sich daran zu erfreuen. Bis zum Release behalten wir die Simulation im Blick und sind gespannt, ob noch weitere Inhalte folgen werden.

Railway Empire Facts

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