Empires Apart PC

Empires Apart: Preview

Echtzeitstrategie ist längst nicht mehr so beliebt wie in den 1990ern. Da gab es mit StarCraft, Command & Conquer und Age of Empires gleich drei Schwergewichte. Mit Empires Apart möchte das kleine italienische Studio DESTINYbit nun an diese erfolgreiche Zeit und vor allem an Age of Empires zurückerinnern. Wir haben einen ersten Blick gewagt.

Das kenn' ich doch?

Beim ersten Start von Empires Apart wird schnell klar, welcher Titel hier als Vorbild herhielt: das Echtzeitstrategiespiel schreit geradezu nach Age of Empires. Vor allem den zweiten Teil der alten Reihe der Ensemble Studios schien man in Italien sehr gemocht zu haben. Der gesamte Spielaufbau lehnt sich stark an den Klassiker an.

So dürft ihr mit euren wenigen Bewohnern zu Beginn eine kleine Wirtschaft aufbauen, die euch dann eine Basis für das Kriegstreiben im Endspiel bildet. Diese Wirtschaft besteht wie gewohnt aus Nahrungsmitteln, die sowohl durch gefundene und gestohlene Schafe als auch durch wiederverwendbare Felder gewonnen werden können, sowie Steinen, Gold und natürlich Holz. Mit kleinen Lagerplätzen in der Nähe der Ressourcen könnt ihr die Wege für eure Bewohner minimieren, sodass diese nicht mehr so lange schleppen müssen und die Zahlen für euch schneller steigen.

Empires Apart Screenshot

Gebäude für Militär und Forschung kommen als Nächstes und geben euch dann die nötige Militärmacht, um euren Gegner zu besiegen. Doch wenn ihr nicht gleichzeitig eure technologische Stufe erhöht, werdet ihr trotz einer größeren Zahl bald unterlegen sein. Den Stufenanstieg könnt ihr jeweils selbst initiieren, nachdem ihr bestimmte Grundvoraussetzungen erfüllt habt. Die neuen Optionen kosten euch aber auch eine gute Stange eurer Ressourcen.

Wollt ihr eher verteidigen, so könnt ihr auf Palisaden oder auch auf Steinmauern bauen. Diese bieten euch einen ersten Schutz, sodass der Gegner zu Belagerungswaffen greifen muss, um überhaupt erst mal in eure Stadt zu kommen. Wollt ihr selbst durch eure Mauern schreiten, müsst ihr auch an entsprechende Tore denken. Letztere funktionierten in der Preview-Fassung allerdings noch nicht zuverlässig.

Fraktionen und Spielmodi

Während DESTINYbit beim grundsätzlichen Spieldesign sehr nahe an Age of Empires blieb, will man mit den Fraktionen und den Spielmodi mehr moderne Elemente in das Spiel integrieren. Die auf Mehrspieler ausgerichteten Matches werdet ihr mit den Azteken, Chinesen, Franzosen, Mongolen, Arabern und Byzantinern bestreiten können. Dabei sollen die einzelnen Fraktionen deutlichere Unterschiede zeigen, als die dazumal recht gleichgestellten Nationen bei Age of Empires. Die spielbaren Fraktionen sind daher auf bestimmte Aufgaben fokussiert, um teambasiertes Spielen zu betonen, sei es nun schnelles Angreifen, Support oder gute Infrastruktur. Darüber hinaus kann jede Zivilisation noch mit einer Variante ausgewählt werden, die bestimmte Charakteristika verstärkt oder schmälert.

Dass Empires Apart auf Mehrspielergefechte zugeschnitten ist, zeichnet sich noch deutlicher in den Modi ab. Ohne eine Einzelspielerkampagne gibt es für euch in den freien Spielen gegen den Computer oder menschlichen Mitspielern diverse Spielmodi, die sich auch tatsächlich abwechslungsreich spielen lassen. In Conquest habt ihr es auf das Stadtzentrum des Gegners abgesehen, bei Assassination müsst ihr den gegnerischen Helden meucheln. In Diplomacy dürft ihr Allianzen eingehen (und sie jederzeit kündigen), was übrigens auch mit Assassination gekoppelt werden kann. Survival ist eine Art Horde-Modus, und in Challenges dürft ihr euch Herausforderungen stellen, die je nach Zivilisation anders sind.

Low-Poly-Ästhetik und fehlende Politur

Während die Gameplay-Aspekte von Empires Apart erwartungsgemäß gut funktionieren, gibt es aktuell noch jede Menge inhaltliche und technische Probleme. Doch zunächst das Positive.

Empires Apart präsentiert bewusst eine Welt, die mit wenigen Polygonen auskommt. Diese Ästhetik wird mit schönen Pastelltönen unterlegt, sodass eine hübsche, wenn auch nicht beeindruckende Welt gezeichnet werden kann. Die Animationen sind flüssig, und die Umgebungsgrafik wirkt farbenfroh und abwechslungsreich. Leider fehlt den Einheiten und den Gebäuden jegliche Varianz, sodass die bewusste Detailarmut mehr in den Vordergrund gespült wird. Hier wären leicht unterschiedliche Modelle für die gleichen Truppentypen oder etwas einzigartigere Gebäudemodelle wünschenswert.

Empires Apart Screenshot

Auf technischer Seite gibt es noch jede Menge kleinere Probleme, die bis zum Release Ende dieses Monats kaum noch behoben werden können. Allen voran die KI präsentiert sich als Spaßkiller. Weder die eigenen Truppen noch die KI-Gegner verhalten sich besonders schlau. Probleme bei der Wegfindung, Formationen, die nicht eingehalten werden, und einfach nur Überforderung mit der aktuellen Situation lassen sich an jeder Ecke beobachten. Insbesondere der Computergegner hat noch mit einigen Entscheidungsschwierigkeiten zu kämpfen. So zieht er viel zu spät seine Dorfbewohner zurück, oder man kann seelenruhig mit einer einzelnen Einheit mehrere Arbeiter angreifen, ohne dass die KI reagiert. Entscheidet sich die Maschine jedoch mal dazu, die Dorfbewohner nicht nur zurückzuziehen, sondern auch in ein Gebäude zu verschanzen, so kann man aktuell noch eine lustige Schizophrenie beobachten: Ständig werden die verschanzten Einheiten rausgeschickt, um sie sofort wieder im Gebäude zu verbarrikadieren, was zu einem nervigen Flickerspiel wird. Greift man den Computer von zwei Seiten aus an, kann sich die KI nicht entscheiden, ob man lieber die eine oder die andere Seite verteidigen will, sodass die Einheiten immer wieder hin und her befohlen werden.

Neben der doofen KI fehlen noch diverse Kampfsounds, Animationen, Icons und ein Tutorial. Gebäude bleiben nach der Zerstörung gern noch sekundenlang stehen, was zu Verwirrung führt. Fehlende Mouseover-Texte lassen euch aktuell noch im Regen stehen, und Einheiten derselben Fraktion teilen sich denselben Sprecher. Außerdem haben wir bis zum Ende unserer Vorschau keine Funktion gefunden, um angefangene Gebäude wieder abreißen zu können. Hier hat DESTINYbit noch jede Menge Arbeit.

Ersteindruck von Patrik Nordsiek

An und für sich macht Empires Apart eigentlich einen guten Eindruck. Das Spielprinzip ist bewährt, die grafische Präsentation nett, und letztlich funktionieren alle Grundkonzepte. Jedoch mache ich mir ernsthafte Sorgen, ob es DESTINYbit bis Ende März schafft, die gröbsten Bugs und Schnitzer noch zu eliminieren sowie noch mal kräftig am UI und an der KI zu schrauben. Hier fehlt noch jede Menge Politur, und die Zeit wird knapp. Sollte man in dieser kurzen Zeit noch Wunder vollbringen, so könnte Empires Apart eine schöne Mehrspieleralternative zu Age of Empires werden. Für mehr fehlt allerdings aktuell noch die Substanz.

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