Warhammer 40,000 - Inquisitor - Martyr PC

Warhammer 40,000 - Inquisitor - Martyr: Preview

Längst bürgt die Warhammer-Lizenz nicht mehr durchgehend für Qualität. Schade, denn das morbide Setting und – im Falle des Sub-Universums 40k – auch die enorme Brutalität sind Faszinosa, denen man sich schwer entziehen kann. Nun versucht sich NeocoreGames seit Monaten an einem Diablo im 40k-Kosmos und bringt das Spiel endlich in die Betaphase und den Early Access. Lohnt sich das Hack 'n' Slay jetzt schon?

Hey, dich kenne ich!

Zugegeben: Wir stehen auf dem Schlauch. Als Tabletop-Spiel gestartet, ist Warhammer 40.000 nunmehr ein Sammelsurium aus Figuren, Spielbüchern, Romanen und Videospielen, dass dem gemeinen Laien jeder Versuch, ins Universum einzusteigen, verdammt schwer gemacht wird. Ach, eigentlich auch egal, denn was zählt, ist doch das Spiel an sich. Und das klingt so gut wie auch vertraut: Ihr zieht aus einer Top-Down-Perspektive zu Felde, um dutzende Gegner abzuschlachten. Im konkreten Fall sind das allerlei Dämonen, Ketzer und Space-Marines verschiedener Orden, die nur darauf warten, endlich ins Jenseits befördert zu werden.

Gespielt wird klassisch mit Maus und Tastatur. Während der Nager die grundlegenden Bewegungen und Standardattacken umsetzt, werden über die Tastatur Spezialangriffe ausgelöst, die verschiedenen Menüs geöffnet oder aber ein Heiltrank eingeworfen. Letzteres ist bewährt, aber auch unkomfortabel, da der Trank auf der Ziffer 0 liegt, die Spezialangriffe jedoch auf den Tasten 1 bis 4. Hmpf. Besser ist da die Belegung der Leertaste – haltet ihr diese gedrückt, spurtet der von euch gesteuerte Charakter zur nächsten Deckung und verschanzt sich. Das ist oft notwendig, um dem feindlichen Sperrfeuer zu entgehen. Harrt ihr zu lange im Unterdrückungsfeuer aus, steht euer Recke derart unter Stress, dass er langsam bis träge wird und sich mit nur sehr viel Mühe aus dem Kampf zurückziehen kann. Sinkt der Lebensbalken anschließend auf Null, opfert ihr eines eurer drei Leben pro Missionsdurchgang, um den Auftrag doch noch zu Ende zu bringen.

Mauer Umfang der Beta

In der Alpha- und ersten Betaphase stehen euch lediglich zusammenhanglose Missionen zur Verfügung, deren Schwierigkeitsgrad gepfeffert ist. Wenn der Warhammer-Neueinsteiger schon beim Hineinfinden in den Kanon die Hände über den Kopf schlägt, würde er beim ersten Durchlauf wohl nur allzu gerne eine anschließende Deinstallation durchführen. Immerhin: Das wäre ihm gemein mit dem Hardcore-Fan. Stand jetzt ist Warhammer 40.000: Inquisitor: Martyr nicht einfach ein Diablo-Klon. Die Interpretation des Hackens und Schlachtens ist behäbiger und träger als das Original, Fortschritte stellen sich nur langsam ein – so dauert das Hochleveln von der ersten zur zweiten Stufe gut und gerne geschlagene zwei Stunden. Habt ihr den Dreh raus, wie schnell bzw. langsam euer Alter Ego durch die Botanik stapft und wie ihr mit dem Primärangriff haushaltet, grätschen das maue Treffer-Feedback und die nur bedingt nachvollziehbare Spielentwicklung dazwischen. Ein neues Problem ist das für NeocoreGames nicht, da seine Van-Helsing-Spiele im gleichen Genre mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben.
Ein umfangreiches Skillsystem ist ein Versprechen für die Zukunft. Egal, welchen der drei Inquisitor-Typen wir Gassi führen, seine Fähigkeiten bleiben auf das beschränkt, womit wir ins Spiel starten. Stufenaufstiege ziehen bislang nur Basiswerte hoch und schalten neue Items frei, die die Skills beeinflussen. Interessant, aber in der vorliegenden Fassung nur vage erkennbar, was uns da erwarten könnte.

Zickige Technik, die abtörnt

Bislang hilft es NeocoreGames nicht, dass die Entwickler eine persistente Welt ankündigen oder einen phänomenalen Singleplayer-Modus anpreisen. Das grundlegende Problem ist das dysfunktionale Zusammenspiel aus bewährten Genrezutaten, eigenen Ideen und der miesen Spieler-Gegner-Dualität.

Ob bis zum Release derlei Probleme behoben werden? Wer weiß! Mit einem mittelprächtigen Diablo-Klon könnten wir ja noch leben, wenn denn die Technik mitspielen würde. Sollte euer Portemonnaie bei den Schlagworten Warhammer und Hack 'n' Slay automatisch geöffnet werden, so schließt es wieder. Denn technisch erwartet euch eine Vollgasfahrt gegen die Betonwand. Wir haben Martyr in den vergangenen zwei Monaten auf zwei potenten System immer mal wieder laufen lassen und konnten gewisse Probleme in der Darstellungsgeschwindigkeit und -qualität nicht nachvollziehen. Beispiel Nummer 1: Wir pegeln die Details auf dem schwachbrüstigeren der beiden Rechner auf Minimal herunter und deaktivieren alle zusätzlichen Effekte, die Performance kosten könnten. Das Spiel gibt sodann eine recht stabile Framerate von 25 Bildern in der Sekunde aus, egal, wie viel Action auf dem Bildschirm abgeht. Später ein Neustart des Programms, die Framerate bricht ein. Da eh schon alles auf minimalste Details eingestellt ist, fahren wir das Programm runter. Ein dritter Start am selben Tag zieht die Bildwiederholungsrate nur hoch, wenn wir die Details auf Hoch stellen und die Kantenglättung aktivieren.

https://www.youtube.com/watch?v=9BlahcrV4Mc

Der von uns eingesetzte Laptop (Tuxedo Computers XC1507v2) mit nativer GeForce-1060-GTX-Karte und üppiger RAM-Bestückung spuckt eine brauchbare Framerate nur aus, wenn wir einen zweiten (!) Monitor anschließen. Andernfalls diashowt sich das Spiel bis in alle Ewigkeit, dafür müssen wir im Zwei-Monitor-Spiel auf diverse schmückende Objekte auf dem virtuellen Fußboden verzichten, an deren Stelle nun riesige Löcher klaffen, über die wir einfach hinweggehen. Soundaussetzer, ein nur sporadisch erklingender Soundtrack und die Macken in der Steuerung (Eingaben werden häufig nicht umgesetzt) entdecken wir deshalb erst, wenn wir uns mit der Optik arrangiert haben.

Ersteindruck von Daniel Wendorf

Seit sechs Monaten gammelt Warhammer 40.000: Inquisitor: Martyr auf zwei meiner Festplatten herum. Schön, dass man die Fans bereits im sehr frühen Stadium der Entwicklung für sein Projekt begeistern möchte – aber womit eigentlich genau? Zur Story ist nichts bekannt, und die drei verfügbaren Klassen bleiben blass. Klar, schließlich gibt es aktuell nur eine Handvoll Missionen, in denen ihr euch mit einem halbgaren Spieldesign rumplagt, das die eigenen Ideen angesichts schwerwiegender Designmängel im Kampf zu Nebenstatisten degradiert. Bislang hat die Hauptrolle eine Diva inne: die Technik. Martyr läuft auf selbst omnipotenten Systemen derart schlecht und beliebig, dass von einem Kauf des Betaspiels nur abgeraten werden kann. Die Entwickler sollten ihre Hausaufgaben machen, damit das dem Spiel innewohnende Potenzial in einer finalen Version der teuren Lizenz gerecht wird.

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Warhammer 40,000 - Inquisitor - Martyr Facts

  • GenreAction: Rollenspiel
  • Release1. Quartal 2018
  • EntwicklerNeocoreGames
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