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Kurztest: simvalley SPT-900

Staub, Wasser und allzu harte Böden bedeuten oftmals den vorzeitigen Tod für Smartphones. Mit dem SPT-900 hat der Elektronikimporteur Pearl nun ein Gerät in sein Programm aufgenommen, welches all diesen Gefahren trotzen will. Lohnt sich der Umstieg oder bleibt das neueste simvalley-Smartphone eher ein Nischenprodukt für Bauarbeiter, Holzfäller und Bergsteiger?

Der Panzer unter den Handys

Insbesondere Samsung und Sony schicken ihre Spitzenmodelle oftmals auch als Outdoor-Variante ins Rennen. Doch mal ehrlich, wer will diese mitunter mehrere hundert Euro teuren Geräte wirklich den manchmal rauen Bedingungen der Natur aussetzen? Nicht so das simvalley SPT-900, welches schon im Werbetext als "Hightech fürs Gelände" und mit "ohne Kompromisse" beschrieben wird. Schon das Äussere des SPT-900 lässt erkennen, dass dieses Gerät weniger für den feinen Anzugträger, sondern vielmehr für Menschen gemacht wurde, die jeden Tag in der Natur unterwegs sind oder auf Baustellen arbeiten und dabei gerne etwas "in der Hand" halten möchten. Denn mit einem Gesamtgewicht von 234 Gramm ist das SPT-900 beleibe kein Fliegengewicht und die Abmessungen von 14,0 x 7,6 x 1,8 Zentimetern, obwohl das Gerät gerade einmal einen 4-Zoll-Bildschirm vorweisen kann, sind schon beachtlich. Trotzdem wirkt das optische Gesamtpaket stimmig, und aufgrund des ungewöhnlichen Formfaktors kann man das SPT-900 beispielsweise auch während des Gehens hervorragend bedienen, ohne dass ihr Angst haben müsst, es würde euch aus den Händen entgleiten. Ein absolutes Highlight sind die beiden Drucktasten unterhalb der Android-üblichen Menüleiste für das Annehmen und Beenden von Gesprächen und das Ein- beziehungsweise Ausschalten des Displays - ein zumindest vom Autor dieses Textes vermisstes Relikt der Nicht-Smartphone-Ära.

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Das SPT-900 kann eine IP67-Zertifizierung vorweisen und ist gegen äussere Einflüsse wie Staub, Stösse oder Wasser gefeit. Sämtliche Öffnungen sind mit einer Gummilasche geschützt. Zwar kann dadurch dann auch kein Schmutz oder Wasser in das Gerät eindringen, jedoch entsteht der Nachteil, dass aufgrund der tiefer in das Gerät eingelassenen Anschlüsse nur das Original-Headset und das Originalladekabel wirklich passen. Andere Stecker können nur mit Mühe, Not und etwas Bastelarbeit angeschlossen werden. Der Akkudeckel wird vom Benutzer und nicht vom Hersteller fest verschraubt. Der darunterliegende auswechselbare Akku ist mit seinen 2.800 mAh recht üppig dimensioniert und bietet je nach Nutzung auch genügend Saft, um einmal ein Wochenende im Freien zu verbringen. Die Aufladung sollte jedoch nur in den eigenen vier Wänden erfolgen, da es extrem lange dauert, bis der Energiespender wieder das Kapazitätsmaximum erreicht. Mit dem im Lieferumfang enthaltenen Netzstecker mit einer Ausgangsleistung von 500 mA dauert es gleich noch einige Stunden länger. Eine Vollaufladung dauert mit diesem rund sechs bis sieben Stunden.

Unter der Haube verrichtet ein Vierkernprozessor seinen Dienst, der im Zusammenspiel mit 1 GB Arbeitsspeicher für eine flotte Performance sorgt. Die verdankt sich zum grössten Teil auch dem recht mittelmässig aufgelösten Bildschirm (854 x 480 Pixeln), wobei bei Geräten mit 4-Zoll-Displays eine HD-Auflösung auch gar nicht unbedingt vonnöten ist. Gegen Kratzer setzt das SPT-900 auf die Gorilla-Glass-Technologie, sodass zumindest Riefen, die etwa durch Autoschlüssel zusammen mit dem Handy in der Hosentasche entstehen können, vermieden werden. Ebenso hilft die problemlose Dual-SIM-Tauglichkeit des SPT-900 weiter, wenn ihr mal fernab der ausgetretenen Pfade auf mehrere Mobilfunknetzwerke angewiesen seid. Dank einer guten Sprachqualität und einer Lautstärke, die so hochgeschraubt werden kann, dass ihr problemlos noch neben den Triebwerken eines startenden A380 telefonieren könntet, eignet sich das SPT-900 auch für Vieltelefonierer in lärmenden Umgebungen.

Wie für simvalley üblich, bietet das SPT-900 ein nahezu nacktes Android-Betriebssystem in der Version 4.2.1. Vorinstallierte Software sucht man hier vergebens. Insgesamt bietet das SPT-900 vier GB Speicherplatz, wovon jedoch nur 1,5 GB für den Benutzer zur Verfügung stehen. Eine optional erwerbbare Speicherkarte ist demnach ein Pflichtkauf.

Fazit von Alexander Boedeker

Das simvalley SPT-900 sieht nicht nur wuchtig aus, und das ist nicht im negativen Sinne gemeint, sondern kann auch einiges einstecken. Das Telefongespräche in strömendem Regen, die matschige Pfütze eines Waldbodens oder der Sturz auf den Parkettboden - all dies hat unser Testmuster mühelos überstanden. Im Gegensatz zum Vorgänger, dem SPT-800, bietet der Nachfolger endlich auch eine halbwegs aktuelle Android-Version sowie einen deutlich leistungsstärkeren Prozessor. Lediglich die extrem lange Aufladezeit und die Inkompatibilität von Drittzubehör schmälern den Erfolg dieses durch und durch robusten Outdoor-Smartphones. Wer also öfters mal abseits des Grossstadtdschungels unterwegs ist und kein Schickimicki-Mode-Phone haben will, sondern ein Smartphone braucht, welches auch vor den rauen Naturelementen nicht klein beigibt, darf zugreifen.

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