Rayman Legends PS3 360 NWU PSV

Rayman Legends: Preview

Die Rückkehr Raymans zur bewährten 2D-Hüpforgie hat sich ausgezahlt: Rayman Origins fuhr Höchstwertung um Höchstwertung ein und konnte Kritiker sowie Spieler mit hochwertiger Grafik und noch hochwertigerem Leveldesign vollends überzeugen. Nun kommt bald der Nachfolger Rayman Legends auf den Markt, und wir konnten ihn vor Ort anspielen. Bleibt die Begeisterung?

Gestresste Augen

Es war nicht leicht, doch wir haben es geschafft: Beim Anspieltermin bei Ubisoft in Düsseldorf konnten wir die drei(einhalb) zur Verfügung stehenden Levels von Rayman Legends tatsächlich durchspielen und dabei auch noch diverse Trophäen abräumen. Das 2D-Jump 'n' Run weiss um seine Zielgruppe und scheint das Tempo sowie den Schwierigkeitsgrad hochzuhalten. Die diversen gestressten Gesichter der geübten Kollegen anderer Magazine beweisen, dass die Herausforderung sogar gewachsen ist.

Bereits der erste uns präsentierte Level wartet mit einer kleinen, aber feinen Neuigkeit auf: es geht nicht immer nur nach rechts! Zu Beginn können wir wählen, ob wir zunächst den linken oder den rechten Gang nehmen wollen. Freilich muss letztendlich in beiden Abschnitten die Stromzufuhr gekappt werden, damit wir die im Zentrum stehende und mit Elektrozaun gesicherte Tür zum nächsten Bereich durchschreiten können. Doch diese kleine Änderung liess den Level etwas interessanter erscheinen. Eine weitere Neuerung ist ebenfalls auf den ersten Blick ersichtlich: Die erweiterte Grafik-Engine mit ihren neuen Lichteffekten bringt nicht nur hübschere Bilder, sondern auch neue Herausforderungen mit sich. So sind mit Laser ausgestattete Suchscheinwerfer tunlichst zu vermeiden. Zum Glück dringt der Lichtkegel aber nicht durch massive Gegenstände wie Tische, sodass es genügend Platz zum Verstecken gibt.

Rayman Legends Bild

Glückliches Gelächter

Der Herausforderung zum Trotze, hat sich bereits Rayman Origins immer Zeit genommen, die Spieler zum Lachen zu bringen. Nicht nur die Spielwelt war herrlich abgedreht, auch das Spielerlebnis gab Anlass zur Glückseligkeit. Grund dafür war vor allem die subtile Rhythmusverliebtheit des Spiels. Wer sich in einen Spielrhythmus gespielt hat, konnte die Levels wie im Rausch erleben. Rayman Legends setzt genau dort wieder an und stellt diesen Punkt sogar noch weiter in den Vordergrund. So gibt es Levels, die mit eigenwilligen und daher enorm unterhaltsamen Coverversionen unterlegt wurden. So erklang in einem der spielbaren Levels der Klassiker "Eye Of The Tiger" in einer lächerlich-lustigen Mexikoversion aus den Lautsprechern. Die prägnante Melodie ist aber nicht nur eine schnöde Dreingabe, sondern prägt den Level: So schreitet der Song nur mit dem Einsammeln der im Level verteilten Lums fort. Herrlich lautes Gelächter war entsprechend die Folge, wenn beim Höhepunkt des Lieds und des Levels etwas schiefging und sowohl Spielleben als auch Song ein jähes Ende fanden.

Leider entschied sich Ubisoft aber dafür, die riesigen und immer wieder erheiternden Lums aus Rayman Origins, die bei Berührung alle kleinen Lums zum Singen und Tanzen animierten, vollständig aus dem Nachfolger zu streichen. "So kann der Spieler besser in die Spielwelt eintauchen", sagt Rayman-Erfinder Michel Ancel. Bei dem abgedrehten Setting und dem wahnwitzigen Humor ist die Entscheidung für uns allerdings nicht nachvollziehbar. An die Stelle treten nun spröde lila Lums, die in einer Menge von gelben Lums als Erstes eingesammelt werden müssen, um Bonuspunkte zu erhalten. Bei Berührung wird in der Menge der nächste Lum lila eingefärbt. Das steigert zwar die Herausforderung, ersetzt die singende und tanzende Meute aus Origins aber nur unzureichend.

Konzentrierter Blick

Bei all dem Spass und der Frustration: Richtig motivierend und spannend war der Bossgegner, der auf uns wartete. Durch den gesamten Level und über mehrere Iterationen verfolgte uns das Wesen und war dabei mehrmals erfolgreich, uns in die Schranken zu weisen. Um ihn zu besiegen, mussten wir an Land möglichst geschickt die schwebenden Plattformen besetzen, schwimmend Schutz hinter einer Wand suchen und zu guter letzt an mehreren Seilen hängend die Umgebung nutzen, um vom gefährlichen Laser des Bossgegners nicht erwischt zu werden. Zwischendurch warten darüber hinaus auch noch rasante kleine Level-Abschnitte, um uns das Leben schwer zu machen. Von diesen mehrstufigen, enorm knackigen Endgegnern sollen einige auf den Spieler losgelassen werden. Der ehrgeizige Spieler in mir freut sich schon jetzt darauf, nebenbei die in diesen hektischen Levels auch noch versteckten Trophäen und Bonuspunkte zu ergattern.

Rayman Legends Bild

Beim Bossgegner fiel im Übrigen auf, dass der Mehrspielermodus eine kleine Aufwertung erhielt. War dieser im Vorgänger vor allem aufgrund des entstandenen Chaos unterhaltsam, so werden gut funktionierende Teams hier belohnt. Der oben erwähnte Gegner fokussierte seinen Laser beispielsweise immer nur auf einen Spieler. Entsprechend hatte der Partner mehr Zeit, sich in Position zu bringen oder die Bonuspunkte aufzusammeln.

Lange Gesichter

Anspielbar waren vor Ort im Übrigen nicht nur die Xbox-360- und die PS3-Version, sondern auch die Wii-U-Fassung des Spiels, mit der Nintendo-Fans noch ein Hühnchen zu rupfen haben: Das ursprünglich als Exklusivtitel angekündigte Rayman Legends wurde im Februar 2013 kurzerhand für alle weiteren relevanten Konsolen angekündigt. Zur Folge hatte dies aber nicht nur den Verlust der Exklusivität, sondern auch eine Verschiebung um ein halbes Jahr. Und so verwundert es nicht, dass das Spiel bei der Präsentation schon sehr ausgereift wirkte, sollte es doch auch schon längst erschienen sein.

Trotz der verlorenen Exklusivität bleibt aber festzuhalten, dass sich das Gameplay der Wii-U-Version stellenweise stark von den anderen Konsolenvarianten unterscheidet. So könnt ihr auf Nintendos Konsole mit Murphy spielen. Raymans Freund steuert ihr vornehmlich über das Touchpad. Über die Stifteingabe müsst ihr den springenden Mitspielern helfen, die Herausforderungen zu bestehen. Sei es durch das Verschieben von Plattformen, um Suchscheinwerfer zu verdecken, oder durch das Verwirren von Gegnern, die so leichter ausgeschaltet werden können. Ausserdem kann Murphy die Lums lila färben und so die Punkteausbeute drastisch erhöhen. Da viele Levels extra für diese Kollaboration ausgelegt sind, ist ein hoher Grad an Absprache mit den Mitspielern notwendig, damit ihr das Ziel sehen könnt. Obwohl diese Elemente das Spiel deutlich verlangsamen, verliert Rayman Legends auf der Wii U nicht seinen Reiz. Im Gegenteil: Die zusätzliche, eher taktische Komponente lässt den Hüpfer noch vielseitiger wirken. Darüber hinaus habt ihr jederzeit die Möglichkeit, wieder in den klassischen Hüpfmodus zu gelangen, sodass ihr das gewöhnliche Spielerlebnis geniessen könnt. Das bietet sich vor allem für die nichtexklusiven Levels an.

Glänzende Augen

Auf den Screenshots konnte man es bereits erahnen, live ist es aber noch mal eine andere Sache: Rayman Legends sieht fantastisch aus! Bereits Origins konnte durch liebevoll animierte 2D-Charaktere sowie unglaublich detaillierte Hintergründe in seinen Bann ziehen. Der Nachfolger steht dem in nichts nach und beeindruckt darüber hinaus durch die bereits erwähnten wunderschönen Lichteffekte. Diese beeinflussen nämlich nicht nur die Sicht, sondern werden auch auf den 2D-Sprites der Charaktere sichtbar. So ergibt sich ein deutlich plastischeres und abwechslungsreicheres Bild. Dazu gesellen sich wie gewohnt die vielen Vorder- und Hintergrundeffekte wie der wehende Wind oder kleinere Details im Hintergrund.



Ein wenig Genugtuung für die Nintendo-Schar: Am besten sieht Rayman Legends auf der Wii U aus, wo der Hüpfer auf knackig-scharfen 1080p mit weichen 60 Bildern pro Sekunden läuft. Insgesamt merkt man der Wii-U-Version auch die ursprüngliche Exklusivität an, denn mit den Gameplay-Zusätzen wirkt Rayman Legends hier einfach kompletter und besser. Zwar wird seit neuestem auch die PlayStation Vita beliefert, die ähnliche Spielereien mit Murphy bietet, doch auf dem kleinen Bildschirm wirkt die fantastische Grafik nicht mal halb so spektakulär.

Ersteindruck von Patrik Nordsiek

Wow! Es waren zwar nur drei Levels, die uns da in Düsseldorf präsentiert wurden, doch bereits diese drei Herausforderungen machen schon jetzt Lust auf mehr. Immer und immer wieder versuchten die Kollegen und ich, noch besser durch die Welten zu hüpfen und noch mehr Trophäen zu sammeln. Rayman befindet sich jetzt schon in Topform, und sollten die angekündigten über 100 Levels die hier präsentierte Abwechslung halten, dann wird uns wieder ein echter Knüller bevorstehen. Die weitere Zeit bis zum August kann Ubisoft jedenfalls nutzen, um für jede Menge Überraschungen zu sorgen. Doch die Grundelemente stimmen: Abgefahrener Humor, fantastische Grafik, noch bessere Musikuntermalung mit wunderbaren Coverversionen bekannter Hits und ein aussergewöhnliches Leveldesign. Ich freue mich bereits auf den August!

Rayman Legends Facts

  • GenreAction: Jump 'n' Run
  • Release29. August 2013
  • KaufenAmazon
  • EntwicklerUbisoft
  • PublisherUbisoft
  • USKFreigegeben ab 6 Jahren
  • PEGI7+
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