Yo-kai Watch 3 3DS

Yo-kai Watch 3: Review

Der dritte Teil der Yo-kai-Watch-Reihe hat es endlich auch zu uns nach Europa geschafft. Ob sich dieser letzte Ausflug nach Lenzhausen auf dem 3DS lohnt, haben wir für euch getestet!

Zwei Geschichten, zwei Helden

Die Spiele der Yo-kai-Watch-Reihe haben sich inzwischen auch hier in Europa eine kleine, aber feine Fangemeinde geschaffen. Falls ihr bisher noch nicht damit in Berührung gekommen seid, hier eine kleine Einführung: In Yo-kai Watch wird die Welt eures Helden von Geistern bevölkert, den Yo-kai. Diese sind für Menschen eigentlich unsichtbar und treiben allerlei Schabernack mit ihnen. Euch fällt die Aufgabe zu, mit euren beiden Protagonisten diesen Unfug zu unterbinden bzw. ihn in die richtigen Bahnen zu lenken und euch mit den verschiedenen Yo-kai anzufreunden.

Moment, zwei Protagonisten? Ja, ihr habt richtig gelesen. Nachdem uns Teil 2 mit einem Zeitreise-Feature beglückt hat, erlebt ihr nun in Teil 3 zwei separate Geschichten mit zwei unterschiedlichen Protagonisten. Nathan, der Held aus den beiden ersten Spielen, zieht zu Beginn von Yo-kai Watch 3 mit seinen Eltern in die USA nach St. Peanutsburg um. Dort erlebt ihr mit ihm eine interessante Geschichte rund um ein kürzlich abgestürztes Ufo. In Lenzhausen dagegen übernehmt ihr die Rolle von Erika, einem nerdigen Mädchen, das mit seinem Partner-Yo-kai Usapyon nach dem ersten Kapitel kurzerhand eine Detektei aufmacht, um anderen Yo-kai zu helfen. Natürlich könnt ihr den beiden Protagonisten auf Wunsch auch andere Namen geben. Katie, die weibliche Protagonistin aus den Vorgängern, spielt leider keine Rolle mehr.

https://www.youtube.com/watch?v=j0ao1kQXr04

Sobald ihr das erste Kapitel durchgespielt habt, könnt ihr frei zwischen den beiden Geschichten hin und her springen. Obwohl sie wenig miteinander zu tun haben, sind die beiden Handlungsstränge lose miteinander verknüpft, weshalb ihr zum Beispiel bei Nathan eine Information benötigt, die Erika ins Yo-kai-Net stellen muss, bevor ihr seinen Handlungsstrang fortsetzen könnt. Dadurch habt ihr einen Anreiz, immer mal wieder zu wechseln und beide Geschichten parallel zu erleben. Die neue Umgebung in den USA ist toll gelungen und bringt die Atmosphäre gut rüber, insbesondere Northbeech wirkt sehr authentisch. Die Grafik ist gewohnt hochwertig und detailliert und holt aus der betagten Hardware noch mal alles raus. Die Musik wurde um einige neue Stücke ergänzt, Veteranen erkennen aber das Meiste wieder und erfreuen sich an gewohnt hochwertigem Ohrenschmaus.

Das bisher größte Yo-kai Watch

So wie die USA das Land der Superlative ist, setzt auch Yo-kai Watch 3 auf die Vorgänger noch mal ordentlich einen drauf. Bereits im zweiten Teil gab es sehr viele Features wie Angeln, Insektenfang, die Schreckenszeit, Zugfahrten und das Erkunden der Umgebungen sowie die Kämpfe mit den Yo-kai. In Lenzhausen erwartet euch all das erneut. Nun wurde das Repertoire aber noch mal deutlich erweitert. In den USA könnt ihr nachts gelegentlich die Zombienacht erleben. Das ist ähnlich wie die Schreckenszeit, nur dass Zombies durch die Straßen wanken und euch angreifen. Ihr könnt ihnen von hinten mit dem Hammer eins draufgeben, um sie aus dem Weg zu räumen. Das Ziel ist es, zu einem sicheren Ort zu fliehen und dort die Totenglocke zu läuten. Das wird mit der Zeit immer kniffliger, und sollte eure Lebensanzeige auf null sinken, müsst ihr von vorn beginnen.

Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, mysteriöse Ruinen zu erkunden und ihrer Schätze zu berauben. Dazu erstellt ihr euch ein Team aus Yo-kai und lauft dann mit dem Anführer-Yo-kai, den ihr ausgewählt habt, durch zufallsgenerierte Dungeons, bekämpft und befreundet euch mit Gegnern und räumt Schatztruhen aus. In den schön animierten und auf Deutsch vertonten Storysequenzen gibt es nun gelegentliche Quick-Time-Events und Minispiele. Das Minispiel beim Essen ist ebenfalls wieder mit von der Partie. Ebenso erleben die Portale der Launen ein Comeback, mitsamt der gewohnt herrischen Anna Portali. Generell könnt ihr euch bei Erikas Handlungsstrang auf zahlreiche bekannte Gesichter freuen. Trotzdem gibt es auch hier Neues zu entdecken, denn als überzeugter Nerd treibt sich Erika gern und viel im neu hinzugekommenen Nerdeck herum.

Wer sich nun denkt, dass das nach ganz schön viel klingt: Ja, das ist es auch. Die ersten anderthalb Kapitel spielen sich wie ein nicht enden wollendes Tutorial und ziehen sich wie Kaugummi. Zum Glück legt sich das nach ein paar Stunden, und das Spiel beginnt, seinen Charme zu entfalten. Die neuen Features sind gut gelungen und werden euch später auch nicht mehr aufgezwungen. Dann beginnt das Erkunden von St. Peanutsburg und Lenzhausen wirklich Spaß zu machen. Auch die neuen Yo-kai, dieses Mal vom Stamm der Merikka, sind prima gelungen und machen ihren amerikanischen Wurzeln alle Ehre. Da gibt es zum Beispiel einen grillwütigen Yo-kai, einen Yo-kai in Form eines Streifens Bacon und einen, der nur über Social Media, dafür mit extra vielen Hashtags kommunizieren kann. Zudem werdet ihr in Nathans Geschichte immer wieder zwei Agenten des FBY über den Weg laufen, die zu den Y-Akten ermitteln (eventuelle Assoziationen eindeutig erwünscht) und sich für den Ufo-Absturz interessieren. Hier und auch an manchen anderen Stellen zeigt sich der gewohnte clevere Witz der Serie.

Generalüberholtes Kampfsystem

Auch bei den Kämpfen hat sich dieses Mal richtig was getan. Das gewohnte Rad, mit dem ihr im Kampf fix eure sechs gesetzten Yo-kai durchwechseln konntet, ist Geschichte. Stattdessen habt ihr nun immer drei Yo-kai, die aktiv kämpfen, und drei weitere auf einer Art Reservebank. Die drei aktiven Yo-kai könnt ihr frei auf dem 3 x 3 Felder großen Taktikbrett anordnen. Der Clou: Im Kampf könnt ihr die Yo-kai dort (mit kurzen Verschnaufpausen) hin und her bewegen, Items oder Energiekugeln einsammeln und mächtigen Ultiseel-Attacken der Gegner einfach aus dem Weg gehen, indem ihr eure Yo-kai-Medaillen aus der Gefahrenzone schiebt. Zugleich stehen auch eure Gegner auf einem 3-x-3-Taktikbrett verteilt. Die Ultiseel-Angriffe eurer Yo-kai betreffen nun nur noch bestimmte Felder, sodass hier gut ausgewählt sein will, wessen Attacke ihr wann einsetzt.

Yo-kai Watch 3 Screenshot

Abseits dieser großen Neuerungen sind die Mechaniken die gleichen geblieben: Heilt eure Yo-kai mit Items, reinigt sie von Beseelung und löst ihre Ultiseel-Attacken aus (bei beiden gibt es ein paar neue Minispiele) und seht ihnen ansonsten beim Kämpfen zu. Zunächst ist das neue System etwas ungewohnt, aber mit der Zeit geht es flott von der Hand. Wir hatten im Laufe des Tests sogar den Eindruck, dass das neue Taktikbrett die Kämpfe etwas erleichtert. Denn auch bei den ansonsten wirklich knackigen Bosskämpfen könnt ihr nun eure Yo-kai einfach aus dem Radius von Ultiseel-Angriffen holen und so vor Schaden weitgehend bewahren. Trotzdem sorgt das neue Kampfsystem für frischen Wind und ist noch einen Tick motivierender als zuvor. Hier hat Level-5 wirklich tolle Arbeit geleistet.

Fazit von Wiebke Tischler (3DS)

Ich habe die beiden Vorgänger durchgespielt, und auch Teil 3 hat mir wieder gefallen. Allerdings finde ich Yo-kai Watch 3 etwas überladen mit all den neuen Features. Da hätten es ein paar weniger auch getan. Vor allem aber stört mich Erika, die mit ihrer überdrehten Art schnell nervig wird und auch nicht sonderlich sympathisch ist. Insgesamt liefert Level-5 aber ein solides Spiel ab, das Lust auf den für die Switch erscheinenden vierten Teil macht.

Pro
  • Hübsche, detaillierte Grafik
  • Sehr gut überarbeitetes Kampfsystem
  • Gelungener Humor
Contra
  • Übertrieben viele Features
  • Unsympathische Protagonistin
  • Sehr langatmiges Tutorial
Gesamtwertung
  • Abwechslung Gut
  • Atmosphäre Gut
  • Bedienung Befriedigend
  • Langzeitmotivation Gut
  • Herausforderung Befriedigend
  • Spieldauer Gut
  • Multiplayer Befriedigend
  • Preis/Leistung Gut
8.0
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Das 3DS-Abenteuer im Test
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Yo-kai Watch 3 Facts

  • GenreAction: Rollenspiel
  • Release7. Dezember 2018
  • EntwicklerLevel-5
  • PublisherNintendo
  • USKFreigegeben ohne Altersbeschränkung
  • PEGI7+
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