Shin Megami Tensei: Strange Journey Redux 3DS

Shin Megami Tensei: Strange Journey Redux: Review

Im frühen 21. Jahrhundert steht die Welt bereits vor dem Kollaps, als sich eine gefährliche Anomalie in der Antarktis bildet und alles zu verschlingen droht. Als Teil eines internationalen Erkundungstrupps ist es eure Aufgabe, diese Anomalie zu untersuchen und einen Weg zu finden, ihre Ausbreitung zu stoppen. Doch die Mission steht unter einem schlechten Stern: Euer Einsatzfahrzeug stürzt in der Anomalie ab, der Kontakt zu den anderen Kameraden wird unterbrochen, und die Anomalie selbst ist alles andere als verlassen. Euch steht eine lange und gefährliche Reise bevor.

Eine düstere Welt

Die Grundstimmung von Shin Megami Tensei: Strange Journey Redux ist düster. Das passt gut zu der Prämisse einer postapokalyptischen Welt, in der die Natur hoffnungslos verseucht ist, Kriege toben sowie Überfälle und Plünderungen auf der Tagesordnung stehen. Dieses Bild setzt sich in der Anomalie, die als Schwarzwelt bezeichnet wird, fort. Sie ist eine Art andere Dimension mit mehreren Ebenen bzw. Dungeons, die negative Aspekte der Welt und der menschlichen Gesellschaft widerspiegeln. So gibt es unter anderem Gewölbe, die von Kriegsgebieten, Müllhalden oder einer riesigen Shoppingmall inspiriert wurden. Diese Ebenen sind von Kreaturen bevölkert, die als Dämonen bezeichnet werden. Sie sind den Menschen alles andere als freundlich gesonnen, und so gibt es gleich zu Beginn und im weiteren Verlauf der Geschichte eine Menge Todesopfer. Um aus dieser Dimension zu entkommen und idealerweise genug Informationen über die Schwarzwelt und ihre Bewohner zu sammeln, müsst ihr als Mitglied des Strike-Teams in diese menschenfeindliche Umgebung eindringen und euch mit den Dämonen anlegen.

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Das Spiel lebt von der packend erzählten Geschichte und der dichten Atmosphäre. Immer wieder werden moralische Konflikte bezüglich der Dämonen aufgeworfen. Außerdem wird in Strange Journey Redux der heutigen Gesellschaft ein wenig schmeichelhafter Spiegel vorgehalten. Es werden einige aktuelle und strittige Themen aufgeworfen, darunter die Konsumgesellschaft und Tierversuche. Das Zusammenspiel der verschiedenen, glaubhaft geschriebenen Hauptcharaktere, die alle eine eigene Einstellung zu der Mission, der Erde und den Dämonen haben, ist ein besonderer Reiz. Da alle Texte auf Englisch sind und das Spiel sehr viele enthält, sind gute Englischkenntnisse ein Muss. Die Konversationen zwischen den einzelnen Charakteren werden von gezeichneten Charakter-Sprites geführt, die gut gelungen sind und die Emotionen der Figuren gut herüberbringen. Die (japanische) Vertonung ist stimmungsvoll, und allen Sprechern gelingt es, ihren Charakteren Leben einzuhauchen.
Strange Journey Redux bietet sechs verschiedene Enden, drei davon hängen mit dem zusätzlichen Dungeon des Remakes zusammen. Welches Ende ihr sehen werdet, hängt von eurem Verhalten im Spielverlauf ab. Die Endsequenzen unterscheiden sich deutlich und sind alle sehenswert.

Shin Megami Tensei: Strange Journey Redux Screenshot

Etrian Odyssey lässt grüßen

Im Laufe der ersten Spielstunden erhaltet ihr die Möglichkeit, mithilfe eures hochmodernen Kampfanzugs, der Daemonica, mit den Dämonen zu kommunizieren, sie zu rekrutieren und fortan in Kämpfen mit anderen Dämonen einzusetzen. Um einen Dämon in euer Team zu holen, müsst ihr in einem kurzen Gespräch zweimal die richtige Antwort auf eine von ihm gestellte Frage erraten. Welche Antwort derjenige mag, hängt von seinem Charakter ab und lässt sich durch Trial & Error herausfinden. Die Rekrutierung ist spaßig und verliert auch langfristig nicht ihren Reiz. Der Aufbau und die Erkundung der Dungeons erinnern stark an Etrian Odyssey. Es gibt pro Dungeon mehrere Etagen, die ihr aus der Ego-Perspektive erkundet. Auch die Zufallsbegegnungen und der Annäherungsradar kommen erfahrenen Etrian-Odyssey-Spielern bekannt vor. Es fehlt die Möglichkeit, selbst die Karte zu zeichnen und Anmerkungen darauf zu machen. Stattdessen wird sie automatisch mitgezeichnet, wenn ihr euch im Dungeon bewegt.

Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab und verlangen strategisches Vorgehen von euch, selbst auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad. Eine Besonderheit bei Strange Journey Redux sind die Coop-Angriffe. Wenn ihr oder einer eurer Dämonen einen Gegner an einem Schwachpunkt erwischt, dann greifen eure anderen Teammitglieder, die das gleiche Alignment haben, ebenfalls automatisch an. Das Alignment spiegelt die Einstellung der Charaktere bzw. Dämonen wider und wird für euren Helden durch gewählte Gesprächsoptionen und die Dämonen, die ihr besitzt, bestimmt. Von eurem Alignment hängt auch ab, welches Ende ihr freispielt.

Ebenfalls eine Eigenheit der Shin-Megami-Tensei-Reihe ist die Möglichkeit, Dämonen zu fusionieren. Dabei werden zwei oder mehr von ihnen zu einem neuen, meist stärkeren Dämon verbunden. Alle Mechaniken werden im Spiel ausführlich erklärt und eingeführt, sodass auch Neulinge nicht davon überfordert werden. Neben den Haupt- gibt es viele Nebenmissionen, die euch von Dämonen oder Crew-Mitgliedern gegeben werden und abwechslungsreich gestaltet sind. Leider erhält man zur Belohnung keine Erfahrungspunkte, sondern nur Items, was der Motivation einen Dämpfer verpasst.

Shin Megami Tensei: Strange Journey Redux Screenshot

Ein weiteres Remake für den 3DS

Strange Journey Redux ist das Remake von Shin Megami Tensei: Strange Journey, das im Jahr 2010 in Europa erschienen ist. Die prominentesten Änderungen zum Vorgänger sind die Einführung des neuen Charakters Alex, ein neuer möglicher Pfad der Geschichte und ein zusätzlicher Dungeon. Aber auch einige kleinere Veränderungen werden denen, die den Vorgänger kennen, auffallen. Die Charakterdesigns wurden überarbeitet, es gibt eine (leider nur japanische) Sprachausgabe, neue Animationen und einige neue Dämonen. Außerdem werden im Remake vier verschiedene Schwierigkeitsgrade angeboten, nämlich Casual, Standard, Expert und Impossible. Leider ist der neue Charakter nicht sonderlich präsent, sondern taucht immer mal wieder im Spielverlauf auf und versucht, euren Helden umzubringen. Der neue Dungeon ist umfangreich und bietet abwechslungsreiche Etagen, beispielsweise mit Böden, die euch automatisch bewegen oder Statuseffekte hervorrufen. Dadurch, dass der Dungeon aber nicht in die Hauptstory eingebunden ist, wirkt er aufgesetzt und leer. Man hat daher kaum einen Anreiz, ihn zu erkunden. Der Mehrwert des Remakes ist für diejenigen, die den Vorgänger bereits besitzen oder gespielt haben, eher gering.

Fazit von Wiebke Tischler (3DS)

Für mich ist Strange Journey Redux der erste Teil aus der Shin-Megami-Tensei-Reihe, den ich gespielt habe. Die Geschichte rund um die Schwarzwelt hat mich wirklich gepackt. Die Mechaniken wie die Fusion oder das Rekrutieren der Dämonen werden gut erklärt und machen Spaß. Dennoch ist das Spiel vor allem in den Kämpfen sehr anspruchsvoll. Euch erwartet eine Spielzeit von wenigstens 50 Spielstunden – wesentlich mehr, wenn ihr alle 350 Dämonen fusionieren wollt.

Pro
  • Packende Geschichte
  • Gute Einführung in die Mechaniken
Contra
  • Sehr viele Kämpfe
  • Bonusdungeon wirkt aufgesetzt
Gesamtwertung
  • Abwechslung Gut
  • Atmosphäre Gut
  • Bedienung Befriedigend
  • Langzeitmotivation Gut
  • Herausforderung Gut
  • Spieldauer Gut
  • Multiplayer nicht verfügbar
  • Preis/Leistung Gut
8.5
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Das 3DS-Remake im Test
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Shin Megami Tensei: Strange Journey Redux Facts

  • GenreAdventure und Rollenspiel: Rollenspiel
  • Release18. Mai 2018
  • EntwicklerAtlus
  • PublisherAtlus
  • USKFreigegeben ab 12 Jahren
  • PEGI12+
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